Passgenaue Musikangebote für Menschen mit Demenz müssen selbstverständlich werden!

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Die Potenziale und positiven Wirkungen von Musik bei Demenz sind vielfältig belegt. Betroffene und ihre Bezugspersonen erleben dies eindrücklich, im familiären Umfeld ebenso wie in Wohngruppen, Pflegeeinrichtungen und Kliniken. Wissenschaftliche Studien bestätigen diese Erfahrungen: Musik kann dazu beitragen, Symptome zu beeinflussen, soziale und kommunikative Kompetenzen zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern. Singen, Musizieren und Musikhören stiften Gemeinschaft, stärken Beziehungen und ermöglichen soziale und kulturelle Teilhabe – auch unter herausfordernden Bedingungen.

Trotz dieser Erkenntnisse werden die Möglichkeiten von Musik bei Demenz in Deutschland bislang nur unzureichend genutzt. Es fehlt an qualifizierten und differenzierten Angeboten, die den individuellen Lebenssituationen von Menschen mit Demenz gerecht werden. Die Bundesinitiative Musik & Demenz setzt sich dafür ein, dass sich dies ändert. Sie wurde 2022 auf Initiative des Landesmusikrats Hamburg gegründet und wird vom Deutschen Musikrat, der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Musikgeragogik und dem Bundesmusikverband Chor & Orchester getragen.

Antje Valentin, Generalsekretärin des Deutschen Musikrats, betont im Namen der Bundesinitiative Musik & Demenz: „Das Musikleben öffnet sich zunehmend für Menschen mit Demenz – etwa durch geschulte Amateur-Chöre und -Ensembles, die Raum zur Mitwirkung geben, oder durch demenzsensible Angebote in Konzerthäusern, bei professionellen Chören und Ensembles. Diese Entwicklungen sind ermutigend. Es braucht aber deutlich mehr qualifizierte Musiktherapeut:innen, Musikgeragog:innen und darüber hinaus demenzsensibel qualifizierte Singleiter:innen, Sänger:innen und Musiker:innen, einschließlich geschulter Ehrenamtlicher, die Angebote passgenau für Menschen mit Demenz in häuslichen wie in stationären Settings umsetzen können.“

Thomas Prisching, Geschäftsführer des Landesmusikrats Hamburg, ergänzt: „Ebenso wichtig ist, Pflege- und Betreuungskräfte für die Potenziale von Musik zu sensibilisieren und ihnen entsprechende Kenntnisse zu vermitteln. Damit solche unterschiedlichen Angebote flächendeckend entstehen und verlässlich bestehen können, braucht es geeignete Rahmenbedingungen und eine nachhaltige Finanzierung. Diese Aufgabe darf nicht allein dem Engagement der Zivilgesellschaft überlassen bleiben. Bund, Länder und Kommunen sind gefordert, gemeinsam mit den Kranken- und Pflegekassen die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Menschen mit Demenz überall Zugang zu qualifizierten musikbasierten Angeboten erhalten!“

Die Bundesinitiative Musik & Demenz setzt sich dafür ein, Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen mehr kulturelle und soziale Teilhabe zu ermöglichen. Dafür initiiert sie u. a. die Gründung regionaler Kontaktstellen Musik & Demenz zur Koordination von Angeboten. Zu diesem Zweck findet am 20. November 2026 ein Vernetzungsforum Musik und Demenz in Leipzig statt. Alle Trägerinstitutionen der Bundesinitiative sind auch Akteure des Netzwerks Nationale Demenzstrategie.

Berlin und Hamburg, 21. September 2026