Wichtige Information:

Die gemeinnützige Projektgesellschaft des Deutschen Musikrates sagt ab sofort alle ihre Veranstaltungen zunächst bis einschließlich 7. Juni 2020 ab.

Dies betrifft auch den Deutschen Orchesterwettbewerb und den Bundeswettbewerb Jugend musiziert.

Über Details und weitere Entwicklungen informieren wir zu gegebenen Zeitpunkten.
Musikpolitik

Kulturelle Vielfalt

Die Kulturelle Vielfalt bildet das Fundament des Kulturlandes Deutschland und ist damit von grundlegender Bedeutung für die musik- und gesellschaftspolitische Arbeit des Deutschen Musikrates. Kulturelle Vielfalt ist die zentrale Voraussetzung für das Erkennen und Verstehen des je Eigenen und des je Anderen, denn ohne Kulturelle Vielfalt ist die interkulturelle Kommunikation nicht bzw. nur sehr eingeschränkt möglich.

Das Ziel, adäquate Rahmenbedingungen für den Erhalt und Ausbau der Kulturellen Vielfalt zu schaffen, setzt ein Bewusstsein für den Wert der Kreativität und die Bedeutung der Kulturellen Vielfalt für nahezu alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens voraus. Eine Kultur- und Musikpolitik, die ihre Arbeit in diesen gesellschaftspolitischen Zusammenhang stellt, kann mit dazu beitragen, die Begegnung - und damit Integration - in das Zentrum menschlichen Zusammenlebens zu rücken.

5. Berliner Appell

Der 5. Berliner Appell „Musik machen – Haltung zeigen. Für eine demokratische, weltoffene Gesellschaft und für Kulturelle Vielfalt" spannt in seinen drei Bereichen Appell, Forderungen und Notwendigkeiten bewusst einen breiten Themenfächer und ist damit Bezugspunkt für künftige Stellungnahmen des DMR zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen. Die Resolution ‚Jüdisches Leben schützen‘ ist die erste Konkretisierung der Kernbotschaften dieses Appells.

Fuck you 1Falt

Mit dem Forderungskatalog „Fuck you 1Falt. Musikalische Vielfalt ermöglichen und nutzbar machen", der im Dezember 2016 einstimmig vom Präsidium des DMR verabschiedet wurde, reagiert der Deutsche Musikrat auf die aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen und fordert, dass die Musikalische Vielfalt für die gesellschaftliche Fortentwicklung stärker im öffentlichen und politischen Bewusstsein verankert wird. Das Positionspapier richtet sich mit sechs Kernforderungen an den Deutschen Bundestag, die Bundesregierung, den Bundesrat und die Dachvereinigungen der Kommunen und Länder.

2. Berliner Appell

„Wer das je Eigene nicht kennt, kann das je Andere nicht erkennen." Im Juli 2006 wurde Bundespräsident Horst Köhler der 2. Berliner Appell zum interkulturellen Dialog des Deutschen Musikrates übergeben. Das Papier ist das Ergebnis eines Kongresses zum interkulturellen Dialog, in dessen Rahmen über 200 Experten aus Politik, Kultur und Wirtschaft Vorschläge für eine bessere Verständigung der Kulturen diskutiert haben.

Kulturelle Identität stärken und interkulturellen Dialog ermöglichen, ist der Grundtenor des Appells, der von Prof. Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrates, und Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates, an den Bundespräsidenten übergeben wurde. Der Appell, der sich an die Politik und die Zivilgesellschaft richtet, fordert die Stärkung der kulturelle Identität und des interkulturellen Dialogs u.a. in den Bereichen der Musikalischen Bildung, der Laienmusik und der Auswärtigen Kulturpolitik.

Der Deutsche Musikrat möchte mit seinem 2. Berliner Appell dazu beitragen, das Bewusstsein für den Zusammenhang von Bildung und interkulturellem Dialog zu schärfen, die Rahmenbedingungen für die Musikalische Bildung und die Begegnungsorte interkultureller Dialoge zu verbessern, die Bereitschaft und die Fähigkeit zum Dialog zu befördern, Kulturelle Vielfalt als Reichtum und nicht als Bedrohung in den Köpfen und Herzen der Bürgerinnen und Bürger bewusst zu machen, das Engagement aller gesellschaftlichen Gruppen für den Erhalt und die Stärkung Kultureller Vielfalt zu verbessern. Der 2. Berliner Appell versteht sich als Handlungsaufforderung an Politik und Zivilgesellschaft.

UNESCO-Konvention zur Kulturellen Vielfalt

Die UNESCO-Generalkonferenz hat am 20. Oktober 2005 die „UNESCO-Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen " verabschiedet, die am 18. März 2007 in Kraft trat. Über 100 Staaten und Staatengemeinschaften haben die Konvention ratifiziert - auch die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union. Das Übereinkommen schafft eine völkerrechtlich verbindliche Grundlage für das Recht aller Staaten auf eine eigenständige Kulturpolitik. Der Deutsche Musikrat ist auch im Rahmen seiner Mitgliedschaft in der Deutschen UNESCO-Kommission am Gestaltungsprozess dieser Konvention beteiligt. Er setzt sich darüber hinaus dafür ein, diese völkerrechtliche verbindliche Konvention von einer Berufungsgrundlage zu einem politisch und juristisch belastbaren Handlungsinstrument zu entwickeln.

Die UNESCO-Konvention deckt mit ihren drei Grundsäulen die wesentlichen Elemente unseres Kulturlebens ab: Den Schutz und die Förderung

  • des kulturellen Erbes,
  • der zeitgenössischen künstlerischen Ausdrucksformen (stilübergreifend und einschließlich der bekannten Jugendkulturen) und
  • der Kulturen anderer Länder in Deutschland.


Die Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrates hat sich 2011 detailliert mit diesem Themenfeld unter dem Motto "Für Kulturelle Vielfalt - gegen Kulturabbau" in Referaten und einer Podiumsdiskussion befasst.