Musikwirtschaft und Medien
Von Kreativarbeit über Live-Events und Produktion bis Musikinstrumentenbau
Die Musikwirtschaft steht mit ihren Produkten und Dienstleistungen im Zentrum des bedeutenden Wirtschaftszweigs Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW). Der Umsatz wurde für das Jahr 2023 auf 17,4 Milliarden Euro beziffert, die Bruttowertschöpfung betrug 6,6 Milliarden Euro. Sie umfasst nicht nur die Musikindustrie, also Herstellung und den Vertrieb von Tonträgern und digitalen Musikprodukten, sondern auch Bereiche wie Musikunterricht, Musikinstrumentenhandel und insbesondere die Veranstaltung von Live-Konzerten.
Zur wichtigsten Plattform für die Verbreitung und Nutzung von Musik ist in den letzten Jahren - neben Radio und Fernsehen - vor allem das Internet geworden. Das Angebot hat sich im letzten Jahrzehnt durch digitale Kanäle und Plattformen vervielfältigt und sich dabei an immer speziellere Zielgruppen und Bedürfnisse angepasst. Viele neue, mitunter reizvolle Möglichkeiten stellt mittlerweile auch Künstliche Intelligenz für das Musikleben in Aussicht. Doch die Entwicklungen setzen die traditionelle Kultur- und Kreativwirtschaft auch unter Urheberrechts-Aspekten unter Druck.
Wir engagieren uns für:
die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Musikwirtschafts-Unternehmen und -Projekten, etwa durch die Sicherstellung eines verlässlichen Rechtsrahmens, aber auch durch die gezielte öffentliche Förderung von Newcomer:innen sowie in den Bereichen Digitalisierung und Export
eine vermehrte Abbildung der zentralen Inhalte des Musiklebens in Deutschland und damit auch der Vielfalt kulturellen Lebens – gerade in den Regionen – durch Kulturwellen und deren Erhaltung auch als lineares Programm
eine reduzierte Besteuerung von Kulturgütern und die Harmonisierung der hierzu bestehenden Regelungen
Unterstützung und Schutz kuratierter Musikclubs, vom Bundestag bereits grundsätzlich als Kulturorte anerkannt, etwa durch die Stärkung eines Kultur-affinen Gewerbemietrechts und die Anpassung der Baunutzungsverodnung für die Gleichstellung von Musikclubs und Kulturorten bezüglich der TA Lärm
den Schutz der Urheberinnen und Urheber, der ausübenden Künstlerinnen und Künstler sowie deren verwertende Partner, so dass Ausbeutung und Monetarisierung kreativer menschlicher Werke, Leistungen und Aufnahmen durch unautorisiertes KI-Training erfolgreich verhindert werden können
eine Novelle des Arbeitszeitgesetzes gemäß der europarechtskonformen Ausweitung der Tages- und Wochenarbeitszeit voranzubringen, wie sie in Österreich bereits praktiziert wird
Weitere Infos
Die im Oktober 2024 veröffentlichte Studie „Musikwirtschaft in Deutschland 2024“ zeigt: Die Musikwirtschaft ist mit 155.900 Beschäftigten, einem Umsatz von 17,4 Mrd. Euro und einer Bruttowertschöpfung von 6,6 Mrd. Euro ein relevanter und stark wachsender Wirtschaftssektor in Deutschland. Trotz dieser großen Strahlkraft der Musikwirtschaft geraten jedoch, u.a. inflationsbedingt, viele Künstler:innen und Musikwirtschaftsbetriebe zunehmend unter Existenzdruck. Zur Stärkung der Musikwirtschaft hat das „Forum Musikwirtschaft“ elf zentrale Forderungen formuliert, die der Deutsche Musikrat und das Forum Musikwirtschaft noch einmal gemeinsam unterstreichen.
Rund 1.800 Musikfestivals finden regelmäßig in Deutschland statt und versetzen häufig ganze Orte in einen künstlerischen und sozialen Ausnahmezustand. Mal sind es hunderte, mal zehntausende Fans, die hier zu Konzerten und oft auch einem flankierenden Programm zusammenkommen. Das musikalische Spektrum ist so vielfältig wie die Locations, an denen die Veranstaltungen stattfinden – von Alter Musik bis Techno, vom Konzertsaal bis zur grünen Wiese. Die „Festivalstudie - Musikfestivals in Deutschland“ stellt diese kulturelle Vielfalt umfassend dar. Sie zeigt die künstlerische und gesellschaftliche Bedeutung der Festivals ebenso auf wie ihre wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen.
Im Rahmen der Fachtagung „Künstliche Intelligenz und Musik“ wurde das Living Paper „Künstliche Intelligenz und Musik – Hilfe oder Konkurrenz?“ erarbeitet und anschließend von der Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrats verabschiedet. Nachdem im März 2024 die „KI-Verordnung“ der Europäischen Union gebilligt worden war, legte der Deutsche Musikrat in Zusammenarbeit mit seinen Bundesfachausschüssen Medien, Musikwirtschaft und Recht ein Follow-Up zum Living Paper vor.
Auf dem Musikdialog Hamburg am 18. September 2024 wurde die neue Studie „Musikwirtschaft in Deutschland 2024" vorgestellt. Ziel der Studie war es, die volkswirtschaftliche Bedeutung der deutschen Musikwirtschaft in ihrer Gesamtheit zu erfassen und darzustellen. Sie baut methodisch auf den Vorgängerstudien 2015 und 2020 auf und erlaubt einen zeitlichen Vergleich.
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk (ÖRR)
Der Deutsche Musikrat setzt sich intensiv für den Erhalt und die Stärkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR) als wichtigen Partner für das Musikleben in Deutschland ein. Er hat den Reformprozess in den vergangenen Jahren als „Critical Friend“ eng begleitet. Sein musikpolitisches Engagement zielt auf den Kultur- und Bildungsauftrag des ÖRR ab – insbesondere mit Blick den Jazz, die Amateur- und Volksmusik und die Präsenz migrantischer Musikkulturen – sowie auf den Erhalt der Rundfunk-Ensembles und -Chöre. Seit Sommer 2026 erarbeitet eine neu gegründete Arbeitsgruppe innerhalb des Deutschen Musikrats musikpolitische Positionierungen zu diesem Themenspektrum.
Fachtagung „Künstliche Intelligenz und Musik“ (2023)

Der Deutsche Musikrat führte am 20. Oktober 2023 im Rahmen des öffentlichen Teils seiner Mitgliederversammlung die Tagung „Künstliche Intelligenz und Musik – Hilfe oder Konkurrenz?“ in der Katholischen Akademie Berlin durch.
Die Tagung bot eine Plattform für Zukunftsperspektiven der Kultur- und Wirtschaftspolitik sowie des Urheberrechts. Welches ist der aktuelle Stand von Künstlicher Intelligenz in der Musik und Musikwirtschaft überhaupt? Wie ändert sich die Musiklandschaft, das Musikhören? Wie wandeln sich Berufsfelder, welche neuen entstehen? Welche Chancen ergeben sich, mehr bzw. auch neues Publikum zu gewinnen? Wie sehen Projekt-Ideen mit Blick auf hybride Klang-Welten, Partizipation und Immersion konkret aus? Spannende Impulse, Erfahrungsberichte und praktische Beispiele wurden hierzu von Fachleuten in breit gefächerten Themenmodulen präsentiert.
Themenportale des Deutschen Musikinformationszentrums (miz)
Hier finden Sie zahlreiche Fachbeiträge, aktuelle Meldungen, Dokumente sowie einen breiten Überblick zu Institutionen aus den Arbeitsfeldern.
Musik und Medien in unseren Förderprojekten
Podium Gegenwart fördert die Präsenz und Professionalisierung herausragender junger Künstler:innen, die Grenzen überwinden und frische Impulse setzen. In der Edition Zeitgenössische Musik präsentieren sich bis heute über 125 Komponist:innen aus Deutschland mit Porträt-Alben, die als CD und online zur Verfügung stehen. Zusätzliche Informationen bieten ausführliche Booklets, die Vermittlungsreihe Abenteuer Neue Musik, z.B. in Schulprojekten, sowie Videoporträts.

Unsere Gremien zum Thema
Kontakt
Immanuel Beyreuther
Referent
Zum Thema Öffentlich-rechtlicher Rundfunk:
Dr. Anna Vogt
Referentin
E-Mail: generalsekretariat@musikrat.de