Professionelles Musikleben / Honoraruntergrenzen
Das Schaffen professioneller Musikerinnen und Musiker ist ein unverzichtbarer Pfeiler unseres kulturellen und gesellschaftlichen Lebens und zugleich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Die professionelle Musikszene prägt das kulturelle Selbstverständnis Deutschlands und trägt international zu seiner kulturellen Strahlkraft bei. Sie ermöglicht künstlerische Innovation und leistet einen zentralen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Aktuelles
Seit dem 2024 gilt für kulturelle Projekte und Einrichtungen, die zu mindestens 50 Prozent durch den Bund gefördert werden, eine verbindliche Verpflichtung zur Einhaltung von Mindestvergütungsstandards für Tätigkeiten auf Honorarbasis. Als Grundlage dafür sollen die Empfehlungen für Honoraruntergrenzen der relevanten Berufs- und Fachverbände herangezogen werden.
Die MiKADO-Studie von 2025 zum Nachwuchsmangel zeigt jedoch einen wachsenden strukturellen Druck: Bis 2035 droht ein erheblicher Fachkräftemangel, da viele Lehrkräfte altersbedingt ausscheiden und zu wenige qualifizierte Absolvent:innen nachrücken. Ursachen sind vor allem unzureichende Vergütung, geringe Planungssicherheit und mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung. Faire und transparente Honorare sind daher eine entscheidende Voraussetzung, um Qualität, Nachwuchs und Zukunftsfähigkeit der Musikalischen Bildung zu sichern.
Empfehlung zu Honoraruntergrenzen im Bereich Musikalische (25. Februar 2026)
Wir engagieren uns für:
eine zukunftsfähige Förderarchitektur auf einem 3-Säulen-Modell aus institutioneller Förderung, Strukturförderung und Projektförderung, um Kontinuität, Innovation und nachhaltige Arbeitsbedingungen gleichermaßen zu sichern
Wachstum und Dynamisierung öffentlicher Kulturfinanzierung, so dass angemessene und faire Bezahlung für Musiker:innen und Lehrende selbstverständlich wird
Entbürokratisierung, beschleunigte Entscheidungsprozesse und Instrumente wie Festbetragsfinanzierung als zentrale Voraussetzungen für eine funktionierende Förderpraxis
Schaffen rechtlicher, finanzieller und struktureller Rahmenbedingungen für verbindliche Honorarempfehlungen, insbesondere im Lehrbereich
Ausbau und Verstetigung mehrjähriger Förderprogramme durch Bund, Länder und Kommunen, um künstlerische Qualität, langfristige Kooperationen und nachhaltige Strukturen in der Freien Musikszene zu ermöglichen
Weitere Infos
In der Freien Szene dominiert die Projektförderung, die kurzfristige, klar abgegrenzte und neue Vorhaben in den Fokus stellt. Für ihre Strukturen und Ziele ist dieses Modell als einzige Fördermöglichkeit nicht geeignet. Es braucht einen Paradigmenwechsel hin zu einem 3-Säulen-Modell, bestehend aus institutioneller Förderung, Strukturförderung und Projektförderung.
Die „MiKADO-Musik“-Studie untersucht in qualitativen und quantitativen Befragungen die Gründe für den dramatischen Nachwuchsmangel an Musikschulen. Die Ergebnisse belegen: Wenn nicht umgehend Maßnahmen für bessere Rahmenbedingungen des Berufsfelds Musikschullehrkraft geschaffen werden, droht eine flächendeckende Erosion der Musikalischen Bildung in Deutschland.
Die Künstlersozialkasse (KSK) meldete zum März 2025 einen Bestand von 53.370 Versicherten in der Sparte Musik. Die Zahl der in der KSK versicherten im Bereich Musik verringerte sich damit erneut gegenüber den Vorjahren.
Die Studie, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien von dem Analyse- und Beratungsunternehmen Prognos erstellt wurde, untersucht die soziale und wirtschaftliche Lage der soloselbstständigen bzw. hybrid erwerbstätigen Kultur- und Kreativschaffenden in Deutschland. Auf Basis der Ergebnisse leitet die Studie Empfehlungen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation und sozialen Absicherung von Soloselbstständigen und hybriden Erwerbstätigen in der Kultur- und Kreativwirtschaft ab.
Themenportal Ausbildung und Beruf des Deutschen Musikinformationszentrums (miz)
Im Themenportal finden Sie zahlreiche Fachbeiträge, Statistiken, Übersichten und Dokumente zum professionellen Musikleben.
Deutsches Musikinformationszentrum/ Allensbach-Institut: Studie Professionelles Musizieren in Deutschland (2023)
Die Repräsentativbefragung stützt sich auf rund 650 mündlich-persönliche Interviews wurde im Auftrag des miz im November und Dezember 2022 vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt. Sie bietet erstmals einen genreübergreifenden und bundesweiten Überblick zu Tätigkeiten, Einkommen und Ausbildungswegen von Berufsmusizierenden. Berücksichtigt werden dabei Arten der Erwerbstätigkeit, Versicherungsstatus und Geschlecht.
Wir fördern den professionellen Nachwuchs!
Die Förderprojekte Forum Dirigieren, Podium Gegenwart und PopCamp begleiten innovative junge Talente auf ihrem Weg in die professionelle Musikkarriere. Beim Deutschen Musikwettbewerb trifft sich der Spitzennachwuchs der klassischen Musik. Preisträger:innen und Stipendiat:innen werden im Rahmen der Konzertförderung Deutscher Musikwettbewerb für insgesamt bis zu 250 Kammerkonzerte pro Jahr in ganz Deutschland vermittelt.
© Sandra Ludewig
© Christian Palm
© Kai Bienert
Unsere Gremien zum Thema:
Kontakt
Finn Löw
Referent
Zum Thema Honoraruntergrenzen:
Immanuel Beyreuther
Referent
E-Mail: generalsekretariat@musikrat.de