Musikalische Bildung

Von Anfang an, ein Leben lang: Wir engagieren uns für eine kontinuierliche und qualifizierte musikalische Bildung für alle – denn Bildung bedeutet Zukunft.

Allen Menschen und insbesondere Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer kulturellen Herkunft, dem Bildungshintergrund und anderen Faktoren eine umfassende, ganzheitliche Bildung zu gewährleisten, muss das Ziel einer inklusiv und nachhaltig handelnden Gesellschaft sein. Die Bildungspolitik ist daher in der besonderen Verantwortung, Heranwachsenden an ihren Bildungsorten Zugang zu ihrem Kreativpotenzial und zur kulturellen Teilhabe zu verschaffen.

Das Engagement des Deutschen Musikrates für die musikalische Bildung ist eine Querschnittsaufgabe und leistet einen Beitrag dazu, unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu machen. Das Bewusstsein für die Bedeutung der musikalischen Bildung zu schärfen und entsprechende Konsequenzen im politischen Handeln durchzusetzen, steht daher im Zentrum der musikpolitischen Arbeit des Deutschen Musikrates. Zugleich sind zahlreiche der Projekte der DMR gGmbH in ihrer Förderpraxis dem Ideal einer lebenslangen musikalischen Bildung verpflichtet: vom Bundesjugendorchester, Bundesjazzorchester und dem Bundesjugendchor über das PopCamp und Forum Dirigieren bis hin zu den Wettbewerben in der Trägerschaft des DMR. 

Prof. Christian Höppner

Musikalische Bildung gehört zu den elementaren Kulturtechniken einer humanen Gesellschaft. Deshalb sind die Parlamente und Regierungen der Länder aufgefordert, die finanziellen Voraussetzungen für eine qualifizierte und kontinuierliche musikalische Bildung zu schaffen.“

#SchuleNeuDenken: mehr Musik!

Die desaströse Situation des schulischen Musikunterrichts und dessen problematische Zukunftsperspektive, wie sie in der Studie „Musikunterricht in der Grundschule“ evident wurde, sind durch die Corona-Zeit noch drastisch verschlechtert worden: etwa durch massiven Stundenausfall, die Verlagerung ins Digitale und eine Stigmatisierung des gemeinsamen Singens. Mit der Initiative #SchuleNeuDenken will der Deutsche Musikrat ein grundsätzliches Umdenken einleiten: Musik und den weiteren künstlerischen Fächern soll zukünftig eine zentrale Funktion in der individuellen Entwicklung Heranwachsender sowie bei der Teilhabe an kulturellen Verständigungs- und Aushandlungsprozessen zukommen. Nur auf der Grundlage solider Kenntnisse und reicher Erfahrungen können Heranwachsende die Vielfalt und existenzielle Dimension von Musik als Menschheitserbe und als individuelle und gesellschaftliche Bereicherung erleben. Musikalische Bildung kann überdies wesentlich zur interdisziplinären Vernetzung verschiedener Wissenschaften, Fachdisziplinen und Gesellschaftsbereiche beitragen.

Der Deutsche Musikrat fordert den Einsatz der künstlerischen Schulfächer und des Sports als die zentralen Eingangsfächer schulischen Erlebens für alle Jahrgangsstufen und Schularten.

Stellungnahme aus dem März 2023

Der Bundesfachausschuss Bildung hat die Stellungnahme #SchuleNeuDenken: mehr Musik! erarbeitet, die im März 2023 vom Präsidium des Deutschen Musikrates verabschiedet wurde. Darin werden in fünf Kernbereichen der musikalischen Bildung umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Situation formuliert und gefordert:

Um den Grundstein für eine gute musikalische Bildung auch schon im vorschulischen Bereich, etwa in Kindertagesstätten, zu legen, müssen Erzieher*innen in ihrer Ausbildung auch eine berufsfeldspezifische musikalische Qualifizierung erhalten.

Die Potenziale und Wirkungsdimensionen der künstlerischen Schulfächer müssen stärker berücksichtigt werden. 

a.    Die Stundenkontingente für die künstlerischen Fächer müssen erhöht werden, Schul-AGs rund um Musik und Musikleistungskurse in den Gymnasien müssen mehr Kapazitäten erhalten. Es müssen durchgängig wöchentlich zwei Stunden Musikunterricht und abiturrelevante Grund- und Leistungskurse angeboten werden.

b.    Der kontinuierliche und qualifizierte Musikunterricht muss durch eine deutliche Erhöhung der Anzahl von Musik-Lehrkräften in allen Schulformen gewährleistet werden. 

Die Zusammenarbeit zwischen den formalen, den nonformalen und den informellen Bildungsbereichen muss gestärkt werden. Dazu müssen auch die rechtlichen und verwaltungstechnischen Grundlagen und Vorschriften geschaffen werden, damit Schule nicht zwingend ortsgebunden stattfinden muss, sondern zum Beispiel auch in Kooperation mit Musikschulen vor Ort. Die Kooperationen zwischen Musikschulen und allgemeinbildenden Schulen müssen intensiviert werden.

Die Universitäten, Pädagogischen Hochschulen und Musikhochschulen müssen entsprechend ausgestattet werden, um bedarfsgerecht ausbilden zu können. Auf diesem Weg müssen die künstlerischen und pädagogischen Studiengänge und Forschungsabteilungen ausgebaut werden. 

Best Practice-Beispiele im musikalischen Bildungsbereich sollen gefördert und sichtbar gemacht werden. Zudem bedarf es eines kontinuierlichen Monitorings aller musikalischen Bildungsbereiche mit ihren Bedarfen und Defiziten: von der Kindertagesstätte bis zur Erwachsenenbildung.

Musikunterricht in der Grundschule

23.000 ausgebildete Musiklehrkräfte fehlen an deutschen Grundschulen - Tendenz steigend!

Im März 2020 haben der Deutsche Musikrat, die Konferenz der Landesmusikräte und die Bertelsmann Stiftung die gemeinsam initiierte Studie „Musikunterricht in der Grundschule – Aktuelle Situation und Perspektive“ veröffentlicht. Damit können Defizite in der musikalischen Bildung erstmals nicht nur vage benannt, sondern auf valider Forschungsgrundlage präzise dargestellt werden. So soll die öffentliche Diskussion über dieses wichtige Thema intensiviert werden. Es gilt, das gesellschaftliche Bewusstsein für die Unverzichtbarkeit einer kontinuierlichen und qualifizierten musikalischen Bildung für eine ganzheitliche Menschenbildung zu stärken und gemeinsam zu überlegen, wie dieses Ziel in einem überschaubaren Zeitrahmen erreicht werden kann.

Im Rahmen der Fachtagung #MehrMusikInDerSchule am 09. Oktober 2020, die sich mit den Ergebnissen aus der Studie „Musikunterricht in der Grundschule“ auseinandersetzte, wurden konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Ich bin ...

Musiker*in

Musiker*innen können in den Ensembles des Deutschen Musikrates mitsingen oder mitspielen, dem Bundesjugendorchester, dem Bundesjazzorchester und dem Bundesjugendchor, an Wettbewerben teilnehmen. Mit vier weiteren Projekten im Bereich Förderung unterstützt der Deutsche Musikrat junge hochtalentierte Musiker*innen, Dirigent*innen, Komponist*innen und Interpret*innen zeitgenössischer Musik sowie Popmusiker*innen auf ihrem Weg in ein professionelles Musikerleben und schlägt eine Brücke zwischen Musiker*innen, Veranstalter*innen und Publikum. Zudem bietet das Deutsche Musikinformationszentrum (miz) eine zentrale Informationsstelle zu allen Themen des Musiklebens.

 

 

Teilnehmer*in an Wettbewerben

Der Deutsche Musikrat ist Träger der Wettbewerbe für Kinder und Jugendliche: Jugend musiziert und Jugend jazzt, der Wettbewerbe für professionelle Musiker*innen: dem Deutschen Musikwettbewerb, dem German Conducting Award (ehem. Deutscher Dirigentenpries) sowie dem Deutschen Chordirigent*innenpreis sowie den Wettbewerben für Amateurmusiker*innen: dem Deutschen Chorwettbewerb und dem Deutschen Orchesterwettbewerb.

Mitglied im Deutschen Musikrat e. V.

Der Deutsche Musikrat e. V. ist Sprachrohr und Impulsgeber musikpolitischer Themen für seine Mitglieder.

an einer Mitgliedschaft interessiert

Die zahlreichen Vorteile einer Mitgliedschaft im Deutschen Musikrat e.V. für Sie zusammengestellt. 

Journalist*in

Unter derm Menüpunkt MEDIA finden Sie unsere Presseseite mit allen aktuellen Meldungen, unsere Presseseite mit den Pressekontakten und die Publikationen.

Konzertveranstalter*in

Zur Förderung der jungen Musiker*innen und Musiker in den Ensembles des Deutschen Musikrates gehört auch das Konzertieren auf der Bühne vor Publikum. Anfragen für Engagaments nehmen die Projektletiter*innen gern entgegen. Durch die Konzertförderung Deutscher Musikwettbewerb werden im Jahr ca. 200 Konzerte an Konzertveranstalter und Konzertreihen vermittelt.

Musikpädagog*in

Musikpädagog*innen finden Konzepte und Arbeitsmaterialien für den Musikunterricht bei den Vermittlungsprojekten des Podium Gegenwart. Aktuelle musikpolitische Entwicklungen und Studien finden sich im Themenbereich „Musikalische Bildung“ sowie Fachbeiträge dazu beim Deutschen Musikinformationszentrum.

Wissenschaftler*in

Mit dem Deutschen Musikinformationszentrum bietet der Deutsche Musikrat eine zentrale Informationsstelle zu allen Themen des Musiklebens.