Das neueste CD-Album der Edition Zeitgenössische Musik (EZM), das von Podium Gegenwart | Deutscher Musikrat beim Label Wergo herausgegeben wird, porträtiert die in Belgrad geborene Komponistin Misha Cvijović. Die Werk-Auswahl zeigt sowohl in Stilistik wie auch Besetzung ihr vielseitiges Schaffen, das von Sinfonik über Ensemblekompositionen bis hin zu experimenteller, elektronischer Musik reicht. Zu den Interpret:innen gehören das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB), Ensemble Musikfabrik und Sebastian Berweck (Mini-Moog). Auf der Website von Podium Gegenwart wird der Porträtfilm über Misha Cvijović von James Chan-A-Sue veröffentlicht. (https://www.podium-geg...a-cvijovic)
Misha Cvijović gehört gemeinsam mit Sara Glojnarić, Marko Nikodijević und Milica Djordjević (ebenso Auswahl-Komponist:innen der EZM) zu einer Generation von Komponist:innen aus dem ehemaligen Jugoslawien, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Deutschland kamen und die hiesige zeitgenössische Musikszene wesentlich mitgeprägt haben. Nach einem Klavierstudium in Novi Sad studierte Cvijović Komposition sowohl in Belgrad als auch an der renommierten HfM Hanns Eisler Berlin bei Eun-Hwa Cho.
Der Titel „Vida“ des Porträt-Albums von Misha Cvijović vereint Bedeutungsebenen aus verschiedenen Sprachen – Leben, Sicht, Heilung und Mythos. Ebenso vielschichtig ist auch die Musik der Komponistin, die aus der Beschäftigung mit unterschiedlichen klanglichen und künstlerischen Perspektiven resultiert. Bookletautor Carl Rosman erläutert: „Ein ausgeprägtes Bewusstsein für Bühne und Körperlichkeit ist in ihren Werken stets präsent; die Sprache ist typischerweise gestisch, eklektisch und direkt – wenn auch nicht ohne Ironie und Vieldeutigkeit.“
Das Album ist als Triptychon angelegt: Es beginnt mit frühen Kompositionen, u.a. mit dem spätromantisch anmutenden „Lica Persefone/The faces of Persephone“, interpretiert vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) unter der Leitung von Enno Poppe. Das Ensemble Musikfabrik ist mit fünf Werken auf der CD vertreten. Die meisterliche Virtuosität der Musiker:innen scheint dabei immer wieder in solistischen Passagen durch. Die CD umspannt Werke, die vom klassischen Mainstream wegführen und größere Wagnisse in Improvisation und Form eingehen, etwa mit einer Erweiterung des Ensembles durch die Klangfarben von Akkordeon, Baritonsaxofon und E-Gitarre wie in der Komposition „Penumbra“. Mit „Iktsuarpok“ und „Incandescent“ verlagert sich der Fokus schließlich auf elektronische und elektroakustische Klangräume. Sechs der auf der CD veröffentlichten Werke wurden in Koproduktion mit Deutschlandfunk Kultur aufgenommen.
Mit den EZM-Porträts, die seit 1986 als CDs beim Label Wergo und seit Kurzem auch als Online-Veröffentlichung plus Print-Booklet auf der Website von Podium Gegenwart erscheinen, fördert Podium Gegenwart aufstrebende Komponist:innen mit einer musikalischen Visitenkarte.
Porträt von Misha Cvijović: https://www.podium-geg...a-cvijovic
Weitere Veröffentlichungen der Edition Zeitgenössische Musik
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