Neue Eiszeit für die Musik: Deutscher Musikrat und Landesmusikrat Schleswig-Holstein fordern Überarbeitung der aktuellen Corona-Verordnung in Schleswig-Holstein

Mit aktualisierten Corona-Verordnungen reagieren die Länder derzeit auf die sich verschärfende Pandemie-Lage. In Schleswig-Holstein sieht die am 11. Januar 2022 veröffentlichte Corona-Verordnung, die einen Tag später in Kraft trat, vor, dass das Musizieren mit Blasinstrumenten in geschlossenen Räumen für Gruppen, Ensembles, Bands und Orchester der Amateurmusik grundsätzlich untersagt ist. Zudem ist Singen innerhalb geschlossener Räume nur noch mit Mund-Nasen-Bedeckung möglich. Damit wurde ein großer Teil des dortigen Musiklebens kurzfristig stillgelegt.

Hierzu Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates: „Der Deutsche Musikrat fordert die Landesregierung Schleswig-Holstein auf, durch eine Überarbeitung der Corona-Verordnung vom 11. Januar 2022 das Amateurmusizieren mit Blasinstrumenten und das gemeinsame Singen nicht unverhältnismäßig einzuschränken. Die (Musik-)Welt ist in einer Phase der Pandemie angekommen, in der sehr viel mehr Wissen in Bezug auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der pandemischen Situation vorliegt und in der dank Impfungen und Tests wirksame Werkzeuge zur Eindämmung der Pandemie existieren – diese gilt es jetzt zu nutzen. Die Musikszene in Deutschland hat seit Beginn der Corona-Zeit äußerst engagiert und kooperativ die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie umgesetzt. Teile des Musiklebens nun wieder pauschal stillzulegen, zeugt von Ignoranz: Ignoranz nicht nur gegenüber dem aktuellen Wissensstand, sondern auch gegenüber der Bedeutung, die Kultur und speziell Musik für den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben – jetzt mehr denn je!“

Hierzu Willi Neu, Präsident des Landesmusikrates Schleswig-Holstein: „Der Druck und die Frustration in der Amateurmusikszene in Schleswig-Holstein ist groß. Nach zwei Jahren schmerzhafter Einschnitte droht ihre gesellschaftlich relevante und wertvolle Kultur- und Bildungsarbeit zu kollabieren. Es bedarf jetzt der politischen Wertschätzung und verlässlicher Perspektive!"

Die Corona-Verordnungen der Länder sehen derzeit in den meisten Fällen vor, dass unter Anwendung einer 2G-Plus-Regelung das gemeinsame Musizieren, sowohl im professionellen wie auch im Amateurmusikbereich, möglich ist. Damit wird auch dem aktuellen Infektionsschutzgesetz Rechnung getragen, das eine Begründungspflicht vorsieht in Fällen, in denen der Kulturbetrieb eingeschränkt wird.

Berlin und Kiel, 19. Januar 2022

Ich bin ...

Musiker*innen können in den Ensembles des Deutschen Musikrates mitsingen oder mitspielen, dem Bundesjugendorchester, dem Bundesjazzorchester und dem Bundesjugendchor, an Wettbewerben teilnehmen. Mit vier weiteren Projekten im Bereich Förderung unterstützt der Deutsche Musikrat junge hochtalentierte Musiker*innen, Dirigent*innen, Komponist*innen und Interpret*innen zeitgenössischer Musik sowie Popmusiker*innen auf ihrem Weg in ein professionelles Musikerleben und schlägt eine Brücke zwischen Musiker*innen, Veranstalter*innen und Publikum. Zudem bietet das Deutsche Musikinformationszentrum (miz) eine zentrale Informationsstelle zu allen Themen des Musiklebens.

 

 

Der Deutsche Musikrat ist Träger der Wettbewerbe für Kinder und Jugendliche: Jugend musiziert und Jugend jazzt, der Wettbewerbe für professionelle Musiker*innen: dem Deutschen Musikwettbewerb, dem German Conducting Award (ehem. Deutscher Dirigentenpries) sowie dem Deutschen Chordirigent*innenpreis sowie den Wettbewerben für Amateurmusiker*innen: dem Deutschen Chorwettbewerb und dem Deutschen Orchesterwettbewerb.

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Zur Förderung der jungen Musiker*innen und Musiker in den Ensembles des Deutschen Musikrates gehört auch das Konzertieren auf der Bühne vor Publikum. Anfragen für Engagaments nehmen die Projektletiter*innen gern entgegen. Durch die Konzertförderung Deutscher Musikwettbewerb werden im Jahr ca. 200 Konzerte an Konzertveranstalter und Konzertreihen vermittelt.

Musikpädagog*innen finden Konzepte und Arbeitsmaterialien für den Musikunterricht bei den Vermittlungsprojekten des Podium Gegenwart. Aktuelle musikpolitische Entwicklungen und Studien finden sich im Themenbereich „Musikalische Bildung“ sowie Fachbeiträge dazu beim Deutschen Musikinformationszentrum.

Mit dem Deutschen Musikinformationszentrum bietet der Deutsche Musikrat eine zentrale Informationsstelle zu allen Themen des Musiklebens.