„Amateurmusik – eine Liebesgeschichte“. Unter diesem Titel erkundet die Festschrift „Hören – Fühlen – Lieben: 70 Jahre Deutscher Musikrat“ in ihrem 4. Kapitel die Dimensionen eines beeindruckenden Phänomens, denn in Deutschland machen immerhin über 14 Millionen Menschen in ihrer Freizeit Musik! Im Auftaktgespräch, „Erfolgsrezept Gemeinschaft“ widmen sich mit Dr. Ingo Gestring und Didi Stahlschmidt zwei Akteure aus ganz unterschiedlichen musikalischen Sphären – lokal ebenso wie in Bezug auf Genres – Fragen wie: Woher kommt die Begeisterung fürs gemeinsame Musizieren? Wie gelingt beim Amateurmusizieren die Nachwuchsarbeit? Und welche Rolle spielt die Gemeinschaft für die Motivation, als Amateurmusiker*in aktiv zu sein?
In einem Grundsatzbeitrag skizziert Dr. Anna Vogt anschließend die Situation der Amateurmusik, einem „Nährboden der Musiklandschaft“, und beginnt mit beeindruckenden Zahlen zu den täglichen Veranstaltungen der Amateurmusik, ihrer enormen Vielfalt und ihrem Status als immaterielles Kulturerbe im Verzeichnis der UNESCO. „Klingt wie gelebte Utopie“ – so hoffnungsvoll die aktuellen Zahlen, so besorgniserregend sind allerdings die Prognosen. Denn in Zeiten massiven Musiklehrkräftemangels geht mit dem schulischen Musikunterricht auch die einmalige Chance verloren, frühzeitig und nachhaltig die Faszination von Kindern und Jugendlichen für die Welt der Musik zu wecken. Doch die Amateurmusik hat eine starke Lobby und basiert auf einem großen Netzwerk von Institutionen, die „unverzichtbare Arbeit leisten, um eine lebendige Amateurmusikpraxis zu pflegen und nachkommende Generationen dafür zu begeistern“. Gemeinsam gelte es, die Antriebskräfte für die Amateurmusik kontinuierlich zu stärken. Dass auch Musikwettbewerbe für die Amateurmusikszene ein wichtiger Motivator sind, beschreibt Sabine Siemon in ihrem Beitrag „Vitaminspritzen des kulturellen Lebens“. „Sich mit anderen messen, die eigene Kunstfertigkeit demonstrieren, das Adrenalin des Augenblicks spüren, wenn alle Blicke auf einen gerichtet sind“: Das musikalische Wetteifern gehe zurück bis auf die Antike. Zugleich werde durch Wettbewerbe wie den Deutschen Chorwettbewerb, den Deutschen Orchesterwettbewerb, den Deutschen Musikwettbewerb und Jugend musiziert auch Begegnung, Inspiration und Austausch ermöglicht.
Die ganzen Beiträge zum Nachlesen gibt es hier zur Online-Lektüre und hier zum Download.
