Die Festschrift „Hören – Fühlen – Lieben: 70 Jahre Deutscher Musikrat“ nimmt in ihrem zweiten großen Kapitel die musikalische Bildung in den Fokus. Als Auftakt unterhalten sich der Rockmusiker Peter Maffay und die Musikschulleiterin Friedrun Vollmer u.a. über die Verantwortung der Eltern beim Thema musikalische Bildung, über den „guten Ton“ des Miteinanders, kindliche Neugierde und die Frage, ob es „Kindermusik“ gibt. Seinen Grundsatzbeitrag zur Situation der musikalischen Bildung betitelt DMR Generalsekretär Prof. Christian Höppner anschließend mit dem Menuhin-Zitat „Die Musik spricht für sich allein – vorausgesetzt, wir geben ihr eine Chance“. Der Text ist ein „Weckruf“, denn die musikalische Bildung als Fundament einer demokratischen und lebenswerten Gesellschaft erodiere immer mehr, so Höppner. Zwar gebe es derzeit noch ein breites Spektrum gelingender musikalischer Bildung, so dass sich „aus der Vogelperspektive beim Überflug der Baumkronen Kultureller Vielfalt – von Nord nach Süd und von Ost nach West – das beispiellose Panorama eines lebendigen Musiklebens“ zeige. Doch „im Sinne von Menuhin alles gut? Mitnichten.“ Höppner illustriert die fatale Entwicklung der musikalischen Bildung, die auch und vor allem in einem eklatanten Musiklehrkräftemangel wurzelt – ein „jahrzehntelanges Planungsversagen der Kultusministerkonferenz“. Wege aus dieser Misere zeige u.a. die DMR-Initiative #SchuleNeuDenken: mehr Musik!
Ein weiterer Beitrag – von Prof. Karl Karst – erkundet die Bedeutung der „Sinneskompetenz“ als Basis der musikalischen Entwicklung. Die Faszination für das Hören, gerade bei Kindern und Jugendlichen, muss gefördert werden, ist sie doch eine Grundlage für Musik-Genießen, Musik-Machen und Musik-Verstehen – und nicht zuletzt auch dafür, ein „offenes Ohr“ gegenüber den Mitmenschen, der Umwelt und dem eigenen Tun zu entwickeln.
Neugierig geworden? Die Festschrift mit allen Beiträgen gibt es hier zur Online-Lektüre und hier zum Download. Viel Spaß beim Lesen!
