Musik im Strafvollzug

Deutsches Musikinformationszentrum nimmt musikalische Arbeit in deutschen Haftanstalten in den Blick

Saxophonspieler hinter Gittern

Das miz widmet sich in seinem neusten Themenschwerpunkt den musikalischen Fördermaßnahmen und Aktivitäten in deutschen Justizvollzugsanstalten. © Szene aus dem Film „The Understudy“ (2008) 

Musik hat eine transformative Kraft und erweist sich im Strafvollzug als effektives Mittel, Menschen bei ihrer Resozialisierung zu unterstützen. Dies verdeutlicht ein neuer Themen-Schwerpunkt des Deutschen Musikinformationszentrums (miz), eine Einrichtung des Deutschen Musikrates. Unter www.miz.org beleuchtet das miz musikalische Fördermaßnahmen und Aktivitäten in deutschen Justizvollzugsanstalten. Im internationalen Vergleich wird deutlich, dass dieses Thema in Deutschland zwar als ein gesellschaftlich relevantes und vielfältiges Arbeits- und Forschungsfeld gesehen wird, es in der Öffentlichkeit bislang jedoch selten Beachtung findet.
 
„Unser neuer Fokus zeigt: Musik kann Menschen in Haft neue Lebensperspektiven eröffnen und ihnen einen ‚Raum für ihre Stimme‘ geben“, sagt miz-Leiter Stephan Schulmeistrat. „In vielen Justizvollzugsanstalten werden Gefangenen musikalische Angebote gemacht, wie die Teilnahme an Chören oder Bands, das Schreiben und Aufnehmen eigener Songs sowie Musikunterricht oder das Erlernen von Instrumenten. Diese helfen ihnen, kreative Fähigkeiten zu entdecken, Kommunikation zu verbessern und Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln.“ 

In einem neuen Fachbeitrag für das miz führt das Autorenteam Alicia de Bánffy-Hall, Daniel Mark Eberhard und Annette Ziegenmeyer in ein Thema ein, mit dem es sich seit Langem beschäftigt. Unter anderem haben die drei Autor*innen ein Sammelband mit dem Titel „Musik im Strafvollzug - Perspektiven aus Forschung und Praxis“ (Waxmann Verlag) herausgegeben. In dem nun erschienenen Fokus des miz skizziert das Team den aktuellen Forschungsstand, beleuchtet mögliche Arbeitsfelder und Praxisbeispiele. Die Autor*innen erläutern außerdem, wie Musik als wirksames Instrument die Resozialisierung von Strafgefangenen fördern kann. Begleitende Interviews geben weitere Einblicke in die Praxis und den Alltag von Menschen, die musikpädagogisch in Haftanstalten tätig sind. Daneben wird das Thema in den internationalen Kontext eingeordnet. Es wird deutlich: Musizieren im Strafvollzug hilft den Insassen, sich im Gefängnisalltag selbstbestimmt zu erleben und sich auf die Zukunft nach der Haft vorzubereiten.

Mehr Informationen unter Musik im Strafvollzug | miz.org

Kontakt:
Deutscher Musikrat gGmbH
Stephan Schulmeistrat, Leitung Deutsches Musikinformationszentrum
Tel.: 0228 – 2091 185, schulmeistrat@musikrat.de

Dr. Anke Steinbeck, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0228 – 2091 165, steinbeck@musikrat.de

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Mit dem Deutschen Musikinformationszentrum bietet der Deutsche Musikrat eine zentrale Informationsstelle zu allen Themen des Musiklebens.