Über 125 Komponist:innen-Porträts, Aufnahmen mit über 100 verschiedenen Interpret:innen – die Edition Zeitgenössische Musik (EZM) macht Musikgeschichte erlebbar. Podium Gegenwart, ein Projekt des Deutschen Musikrats, fördert mit den Porträt-Alben aufstrebende Komponist:innen aus Deutschland. Diese werden einmal im Jahr von einer Fachjury ausgewählt. Seit 1986 gibt Podium Gegenwart die Porträt-Alben als CDs beim Label Wergo und seit Kurzem auch als Online-Veröffentlichung mit Print-Booklet heraus. Am 4. April um 22.05 Uhr sendet der Deutschlandfunk, der gleichzeitig auch wichtigster Kooperationspartner ist, ein Porträt dieser außergewöhnlichen Reihe.
„Mit der EZM und auch ihren Vermittlungsprojekten bietet Podium Gegenwart ein wichtiges und gefragtes Programm zur Förderung junger Komponist:innen. So entstand in 40 Jahren eine imposante Dokumentation der Musik unserer Zeit, die dank Online-Präsenz ihre Reichweite und die Entwicklung von Musik und Kultur in Deutschland sicht- und hörbar vorantreibt“, bilanziert Olaf Wegener, Projektleiter von Podium Gegenwart.
Die professionellen Aufnahmen, die den Mittelpunkt der Förderung bilden, entstehen zu einem großen Teil in Zusammenarbeit mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Für Frank Kämpfer, Redakteur für neue Musik beim Deutschlandfunk, ist die Förderung durch die Edition eine Auszeichnung: „Es ist eine Investition in die Zukunft, wer hierfür ausgewählt ist, der oder dem traut man zu, perspektivisch zu den künstlerisch Wichtigen zu gehören. Die ersten der Reihe – Peter Ruzicka, Adriana Hölszky, Mathias Spahlinger – bestätigen das eindrucksvoll. Durch die drei wichtigsten Koproduzenten Deutschlandfunk Kultur, Deutschlandfunk und ARD ist zudem die mediale Wahrnehmung garantiert.“
Oft sind es Ersteinspielungen, die eigens für die Porträt-Alben gemacht werden. Die Interpret:innen können von den Komponist:innen selbst gewählt werden. Sie nutzen dabei die ganze Bandbreite der Klangkörper – renommierte Spezialensembles für neue Musik wie das Ensemble Modern, Ensemble Musikfabrik oder Ensemble Recherche sind ebenso vertreten wie Newcomer der Szene, Einzel-Interpret:innen und Orchester.
Für Komponistin Milica Djordjević, deren Porträt 2017 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik gewürdigt wurde, hat die CD „mehr Sichtbarkeit gegeben und war ein echter Booster für mich und meine Musik“.
Zur musikalischen Visitenkarte gehören auch Einführungstexte in Leben und Werk der Komponierenden sowie ein individuelles Artwork des Albums. Immer öfter werden die Porträts auch durch Musikvideos ergänzt. Seit einigen Jahren zählt ein Porträtfilm von Filmemacher James Chan-A-Sue ebenfalls zum Portfolio. Die Reihe Abenteuer Neue Musik bringt EZM-Komponist:innen in Schulen.
Nach 40 Jahren bietet die Edition nun ein umfassendes Panorama des zeitgenössischen Musikschaffens. Die Reihe bildet verschiedene Strömungen und ästhetische Schwerpunkte der Szene ab. Auch gesellschaftliche Aspekte spielen eine Rolle – so ergänzen etwa zu Beginn der 1990er Jahre Komponist:innen aus Ost-Deutschland die Reihe, seit den 2000er Jahren spiegelt sich die zunehmende Anzahl von Komponist:innen, die aus dem Ausland zum Studieren nach Deutschland kamen und seither das Musikschaffen hier wesentlich mitprägen, gleichzeitig hat sich der Frauenanteil vor allem im letzten Jahrzehnt vervielfacht.
Alle Porträts der Edition Zeitgenössische Musik sind auf der Webseite von Podium Gegenwart veröffentlicht.
Hörfunktipp:
Porträt EZM im Deutschlandfunk
4. April 2026, 22.05 Uhr
Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik
Produziert im Deutschlandfunk (Teil 10)
Aufnahmen für die Edition Zeitgenössische Musik
Am Mikrofon: Leonie Reineke
„Edition Zeitgenössische Musik“ – so heißt die Reihe der Porträt-CDs des Deutschen Musikrats für junge Komponistinnen und Komponisten. Vor 40 Jahren gegründet, dokumentiert sie bis heute vielversprechende individuelle Wege der jeweils nächsten Generation. Zugleich versammelt sie namhafte und neue Spezialformationen. Bis eine CD fertiggestellt ist, greifen indes verschiedenste Berufe, Vorbereitungen und Produktionsprozesse ineinander, von denen sich viele im Kammermusiksaal des Kölner Deutschlandfunks abgespielt haben. Der namhafte Aufnahmeort war und ist zugleich Zeuge für die heute bemerkenswerte Vielheit der Handschriften, Herkünfte und Entwicklungen in der hiesigen Szene der Neuen Musik. Hier eingespielte Tonträger etwa von Turgut Erçetin, Milica Djordjević, Farzia Fallah oder Annesley Black stehen dafür.
Das Editions-Porträt im Deutschlandfunk wirft einen vielschichtigen Blick auf die Geschichte der gemeinsamen Aufnahmen, lässt Komponist:innen, Interpret:innen und Produzenten zu Wort kommen. Im Fokus steht die Musik der Reihe, die mit ihren aktuellen musikalischen Impulsen und künstlerischen Positionen den besonderen Reiz der Edition ausmacht.
Kontakt:
Deutscher Musikrat gGmbH
Olaf Wegener, Projektleitung Podium Gegenwart
Tel.: 0228 – 2091 177, wegener@musikrat.de
Sabine Siemon, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0228 – 2091 163, siemon@musikrat.de
