Lehramtsstudium Musik – nein Danke?

Die „MULEM-EX“-Studie stellt Gründe für eine fatale Entwicklung vor und liefert Handlungsoptionen

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In den letzten Jahren sind die Studienbewerbungen für Lehramt Musik deutschlandweit insgesamt deutlich zurückgegangen. Welche Gründe gibt es für diese fatale Entwicklung? Die bundesweite Studie „MULEM-EX“ (kurz für: „Musiklehrkräftemangel – eine explorative Studie“) gibt Antworten auf diese für die musikalische Bildung so drängende Frage. Die Studie wurde heute auf Einladung des Deutschen Musikrates bei einer Pressekonferenz in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Studienergebnisse in voller Länge erhalten Sie hier, eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse hier.

Hierzu Prof. Christian Fischer, Vorsitzender der Rektorenkonferenz der Deutschen Musikhochschulen (RKM): „Wir sind den Initiatoren und den vielen engagierten Akteuren, die diese Studie durchgeführt haben, sehr dankbar. Endlich erhalten wir belastbare Informationen zu den Beweggründen, die junge Menschen veranlassen, ein Lehramtsstudium nicht aufzunehmen oder nicht in den Lehrberuf zu gehen. Aus meiner Sicht ist dies ein klarer Auftrag auch an die Hochschulen, sich zu verändern, z.B. was Informationsangebote, Passung des Studiums und Zugangsvoraussetzungen angeht. Ich sehe dies als gute Grundlage eines Reflexions- und Veränderungsprozesses, der jetzt mit der ganzen RKM strukturiert angegangen werden muss.“

Hierzu Prof. Dr. Thomas Busch, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Musikpädagogik: „33 Hochschulen und mehr als 100 Forschende haben sich für die Studie MULEM-EX zum Nachwuchsmangel im Lehramtsstudium Musik zusammengetan. Dies ist ein klares Signal, dass die Forschung nach den Ursachen dafür als äußerst dringlich angesehen wird, auch um der akuten Erosion des Schulfaches Musik wie in Bayern oder Thüringen entgegenzuwirken.  Nun sind Musikhochschulen und Universitäten gefragt, Reformen im Zugang zum Lehramtsstudium Musik in Gang zu setzen und die Inhalte des Studiums zu reformieren. In der Politik braucht es die Bereitschaft, den in der Schule tätigen Musikpädagog:innen ein attraktives Arbeitsumfeld anzubieten.“

Hierzu Antje Valentin, Generalsekretärin des Deutschen Musikrates: „Die Studienergebnisse zeigen den großen Handlungsbedarf! Wir brauchen dringend genug qualifizierte Musiklehrkräfte, die den nachkommenden Generationen in ihren prägenden Lebensphasen die Welt der Musik eröffnen und sie damit auch ermächtigen, wesentliche Kompetenzen und Fähigkeiten – wie Selbstwirksamkeit, Kreativität, Sensibilität und Teamfähigkeit – zu entwickeln. Das Bild, das junge Leute von musikpädagogischen Arbeitsfeldern haben, ist offenkundig oft negativ besetzt. Hier eröffnet sich ein wichtiges Handlungsfeld. Aber vor allem brauchen wir jetzt eine wirkungsvolle Kooperation aller beteiligten Akteure, die Rahmenbedingungen für Studium und Beruf so zu reformieren, dass junge Menschen wieder voller Begeisterung und ohne Vorbehalte entdecken können, dass Musik an Schulen zu unterrichten ihre Berufung ist!“

Die „MULEM-EX“-Studie entstand auf Initiative des Ausschusses für Schulmusik in der Rektorenkonferenz der Deutschen Musikhochschulen, wird von der Bundesfachgruppe Musikpädagogik getragen und von der Rektorenkonferenz der Deutschen Musikhochschulen finanziert. Sie wurde über den Zeitraum von einem Jahr in Form von 70 Teilstudien mit mehr als 100 Forscher:innen an Universitäten, Musikhochschulen und Pädagogischen Hochschulen durchgeführt. Die Gesamtauswertung als Meta-Studie wurde von Prof. Dr. Andreas Lehmann-Wermser und Dr. Patrick Witte verantwortet.

Erhoben wurden in der Studie die Wahrnehmungen von jungen Studierenden in Bezug auf Zugangswege ins Studium, die Passung des Studiums und das Berufsfeld Musiklehrkraft. Zudem wurden aus den Erkenntnissen Handlungsoptionen für Schulen und Hochschulen abgeleitet.

Berlin, 3. Juni 2024

 

Zu den beteiligten Institutionen:

Der Deutsche Musikrat
engagiert sich für die Interessen von 15 Millionen musizierenden Menschen in Deutschland und ist weltweit der größte nationale Dachverband der Musikkultur. 2020 hat der Deutsche Musikrat gemeinsam mit der Konferenz der Landesmusikräte und der Bertelsmann Stiftung die Studie „Musikunterricht in der Grundschule – Aktuelle Situation und Perspektive“ veröffentlicht. Die Erkenntnis: 23.000 ausgebildete Musiklehrkräfte fehlen an deutschen Grundschulen – Tendenz steigend.

Die Rektorenkonferenz der Deutschen Musikhochschulen in der HRK
ist der Zusammenschluss der 24 staatlichen Musikhochschulen in Deutschland. Die Mitgliedshochschulen werden in der Rektorenkonferenz durch ihre Präsidien und Rektorate vertreten.

Die Bundesfachgruppe Musikpädagogik
ist ein Zusammenschluss von Lehrenden überwiegend aus der ersten und zweiten Ausbildungsphase, die sich mit allen Fragen der Musiklehrer:innenbildung befassen. Sie fördert alle Belange der Musikpädagogik im tertiären Bildungsbereich, indem sie Vertreter:innen der musikpädagogischen Bildungsinstitutionen, Ausbildungs-phasen und Berufe vernetzt.


Kontakt:

Deutscher Musikrat
Dr. Anna Vogt
+49 (0)30 308810-20
vogt@musikrat.de

Rektorenkonferenz der Deutschen Musikhochschulen
Julia Peters
+49 (0)511 3100-230
julia.peters@mh-trossingen.de

Bundesfachgruppe Musikpädagogik
Prof. Dr. Thomas Busch
+49 (0)172 3230411
t.busch@doz.hfm-trossingen.de

I am ...

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