Die neueste Ausgabe der Porträt-Reihe Edition Zeitgenössische Musik von Podium Gegenwart | Deutscher Musikrat bietet mit der Kammerhöroper „Deep Siesta“ des iranischen Komponisten Amen Feizabadi ein besonderes Format. Das Werk mit einem Libretto von Dilek Mayatürk ist eine Reflexion über das Menschsein in all seinen Facetten – allerdings aus Sicht einer Künstlichen Intelligenz (KI). Ergänzt wird die Doppel-CD durch einen Porträtfilm über den Komponisten sowie ein Video der Uraufführung von „Deep Siesta“ am 18. Januar 2026 im Radialsystem im Rahmen des Festivals Ultraschall Berlin. Zu hören und sehen sind das Zafraan Ensemble und die Neuen Vocalsolisten unter der Leitung von Yalda Zamani. https://www.podium-gegenwart.de/amen-feizabadi
Amen Feizabadi ist ein multidisziplinärer Komponist, Filmemacher und Produzent, dessen Arbeit sich auf hybrides Musiktheater und Film erstreckt. Seine Projekte thematisieren fiktive, dokumentarische und kollektive Narrative in akustischen, filmischen und musiktheatralischen Formen. Er studierte u.a. bei Prof. Günter Steinke an der Folkwang Universität der Künste Essen. Geboren 1983 in Teheran, lebt und arbeitet er derzeit in Berlin und Teheran.
„Deep Siesta“ erzählt die Geschichte der künstlichen Wesen Ök und Mani, die - aus dem digitalen Chaos geboren - neugierig und unvoreingenommen die Welt entdecken. Sie begegnen Schönheit, Emotionen, aber auch den Widersprüchen und Abgründen des Menschseins und beschließen, die Menschheit und am Ende sich selbst zu zerstören.
Feizabadi wagt mit „Deep Siesta“ einen radikalen Perspektivwechsel zum omnipräsenten Diskurs um Künstliche Intelligenz: Wir erleben die menschliche Existenz aus Sicht der KI. Durch die Augen der Protagonisten blicken wir wie durch ein Prisma, in dem unser eigenes Spiegelbild in seine mannigfaltigen Bestandteile aufgesprengt wird und uns fremd und schemenhaft erscheint.
In dem 85-minütigen Werk steht die instrumentale und akustische Musik im Fokus. Die Grenze zwischen Realität und Virtualität verschwimmt allerdings zunehmend durch KI-generierte Stimmen, Bilder und elektronisches Zuspiel. Auch das Libretto von Dilek Mayatürk tritt in Dialog mit der KI. Von anfänglichen Wortfetzen über komplexere sprachliche Verbindungen führt es zum emotionalen Höhepunkt im Sprachwechsel vom Deutschen ins Persische. Dazu mischen sich auratische Elemente traditioneller persischer Musik, ein Versuch universeller künstlerischer Neugestaltung.
Mit den Porträts, die seit 1986 als CDs beim Label Wergo und seit Kurzem auch als Online-Veröffentlichung auf der Website von Podium Gegenwart | Deutscher Musikrat plus Print-Booklet veröffentlicht werden, fördert Podium Gegenwart aufstrebende Komponist:innen mit einer musikalischen Visitenkarte.
Weitere Veröffentlichungen der Edition Zeitgenössische Musik auf der Website von Podium Gegenwart: https://www.podium-gegenwart.de/edition-zeitgenoessische-musik
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„Wie sieht die KI die Menschheit?“
Amen Feizabadi © Maryam Takhtkeshian
