Podium Gegenwart, das Förderprogramm für neue Musik des Deutschen Musikrats, veröffentlicht mit dem Album von Yongbom Lee das 125. Komponisten-Porträt in der Edition Zeitgenössische Musik. Die CD ist beim Label WERGO erschienen und beinhaltet unter anderem Aufnahmen vom Ensemble Modern gemeinsam mit Musiker:innen der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA), sowie vom Ensemble Recherche und dem auch bereits von Podium Gegenwart geförderten Broken Frames Syndicate.
Yongbom Lee hat ein weites interdisziplinäres Schaffensspektrum, das auch visuelle Kunst und Neurowissenschaft einschließt. Er studierte an der Yonsei University in Seoul und später an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, unter anderem bei Michael Jarrell und Iris Ter-Schiphorst.
Die Musik des Albums „continuous deformation“ zeichnet sich durch kontinuierliche Klangströme und ein fein ausbalanciertes Zusammenspiel instrumentaler und elektronischer Klänge aus. Geprägt durch seine interkulturelle Biografie, interessieren Lee insbesondere Schnittstellen und Distanzen kontrastierender Phänomene. Daran anknüpfend erläutert Bookletautorin Leonie Reineke: „Ein mit dem Fokus auf Zwischenräume verbundenes Konzept ist die Mehrdeutigkeit, die sich thematisch durch alle Kompositionen des Albums zieht. Schwebezustände, assoziative Verläufe wie im Traum, und musikalische Situationen, in denen sich alles aus allem entwickeln kann, finden sich immer wieder.“
So bewegt sich das vom Ensemble Recherche eingespielte Werk „Imaginary Rooms“ zwischen fortschreitendem Narrativ und fragmentarischen Momentaufnahmen. In „Dépaysement“ eruiert der Komponist ebenfalls die Koexistenz widersprüchlicher Konzepte: Der erste Satz gewährt den Musiker:innen des Broken Frames Syndicate improvisatorische Gestaltungsfreiheit, während der zweite Satz streng traditionell notiert ist. Im titelgebenden Werk „Continuos Deformation“ für Cello (Kyubin Hwang) und Live-Elektronik (Yongbom Lee) werden die Klangerzeugung und die elektrische Gehirnaktivität der Musikerin miteinander verbunden und die Zuhörer:innen durch Obertonlandschaften geführt.
Die Aufnahmen der CD sind ein Live-Konzertmitschnitt des Hessischen Rundfunks, Koproduktionen von Deutschlandfunk und Deutscher Musikrat, sowie eine Eigenproduktion des Komponisten Yongbom Lee.
Mit den Porträts, die seit 1986 als CDs beim Label Wergo und seit Kurzem auch als Online-Veröffentlichung plus Print-Booklet veröffentlicht werden, fördert Podium Gegenwart aufstrebende Komponist:innen mit einer musikalischen Visitenkarte.
Das Porträt von Yongbom Lee: https://www.podium-gegenwart.de/yongbom-lee
Weitere Veröffentlichungen der Edition Zeitgenössische Musik
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