Musikrat

Prof. Ulrich Rademacher

Für Ulrich Rademacher gehören aktives Musizieren, pädagogische Tätigkeit und die Schaffung von Rahmenbedingungen für ein Musikleben, das von Vielfalt und Qualität geprägt ist und Zugänge für alle bietet, untrennbar zusammen. Aus dieser Überzeugung und Leidenschaft heraus arbeitete er in verschiedenen Tätigkeitsfeldern: Er konzertierte weltweit als Kammermusiker und Liedbegleiter, entwickelte als Leiter der Westfälischen Schule für Musik Musikalisierungsprogramme wie „Jedem Kind seine Stimme“ und gründete zahlreiche erfolgreiche Jugendensembles und eine der ersten Jugendakademien zur Förderung Hochbegabter in Kooperation mit einer Musikhochschule. Zudem initiierte er als Vorsitzender des Verbands deutscher Musikschulen gemeinsam mit der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen den Wettbewerb für Musikpädagogik und öffnete als Vorsitzender des Projektbeirates „Jugend musiziert“ den Wettbewerb für Interkulturalität und für die neue, stilistisch vollkommen offene Kategorie „Jumu open“. Seit zwei Wahlperioden gehört er dem Präsidium des Deutschen Musikrates an und leitet den Bundesfachausschuss Bildung sowie den Projektbeirat „Jugend musiziert“. Als Hochschullehrer für Liedgestaltung und Liedbegleitung wirkte er nach Stationen in Aachen und Karlsruhe zuletzt an der Musikhochschule Köln. Für die Präsidiumswahl nominiert wurde er vom Verband deutscher Musikschulen.

Warum kandidieren Sie für das Präsidium?
Ein zentraler Aspekt meiner Motivation war und wird es sein, die großen Energien, Kompetenzen und Erfahrungen der Mitgliedsverbände aus immer wieder auftretenden Konkurrenzsituationen herauszuführen, um miteinander die gesellschaftliche Wertschätzung für Musik zu steigern und durch Musik zum Zusammenhalt in der Gesellschaft beizutragen. 

Welche Erfahrungen und Eigenschaften werden für Ihre Arbeit im Präsidium besonders hilfreich sein?
Meine Erfahrungen aus vielen Jahren erfolgreicher Netzwerkarbeit mit Partnerinnen und Partnern im künstlerischen Bereich, in Pädagogik, in Verbänden, in der Politik und mit Förderinnen und Förderern.

Mit welchen Zukunftsthemen wollen Sie das Musikleben in den kommenden vier Jahren verändern?
Ich möchte dem Fachkräftemangel in der musikalischen Bildung durch attraktive Berufsbilder, faire Bezahlung und eine zeitgemäße Ausbildung begegnen. Zudem werde ich für die allgemeine Wahrnehmung von Musik und Sport als zentrale Eingangsfächer schulischen Erlebens werben. Mit den Werkzeugen von Digitalität müssen neue Zugänge zur musikalischen Bildung und neue Qualitäten in der Lehre geschaffen werden. Auf diese Weise möchte ich Vielfalt als Reichtum erfahrbar machen und aktive Teilhabe ermöglichen!

An welchem DMR Projekt würden Sie gern selbst einmal teilnehmen und warum?
Am Deutschen Chorwettbewerb und am Deutschen Orchesterwettbewerb, wegen der Lebendigkeit und der großen Gemeinschaft-stiftenden Kraft, die davon ausgeht.

Mit welchem Stück/Song feiern Sie nach der Wahl?
Mit Mendelssohns Oktett für Streicher in der Aufnahme vom diesjährigen Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, der für das Ensemblespiel endlich wieder live über die Bühne ging.