Musikrat

Prof. Dr. Ulrike Liedtke

Ulrike Liedtke, geboren in Weimar, studierte Musikwissenschaft in Leipzig und promovierte. Anschließend war sie an der Akademie der Künste Berlin tätig. Ab 1991 war sie Gründungsdirektorin der Bundesmusikakademie Rheinsberg/ Schlosstheater, hatte diverse Lehraufträge inne und ist seit 2017 Professorin an der Universität Potsdam. Ehrenamtlich engagiert sie sich als Vizepräsidentin im Deutschen Musikrat und im Deutschen Kulturrat, als Präsidentin des Landesmusikrates Brandenburg und als Vorsitzende der Konferenz der Landesmusikräte. 2015 gründete Liedtke das Deutsch-Arabische Kindermusiktheater Rheinsberg. Sie veröffentlichte zahlreiche Publikationen zur Neuen Musik und zur Musik des 18. Jahrhunderts, leitete den CD-Autorenbeirat „Musik in Deutschland 1950-2000“, ist Jurorin etwa in den Programmen Landmusik, IMPULS und NEUSTART KULTUR. Sie wurde mit dem Bundesverdienstkreuz sowie dem Kunstpreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet. Seit 2014 ist sie Mitglied des Landtages Brandenburg, seit 2019 Landtagspräsidentin. Für die Präsidiumswahl nominiert wurde Ulrike Liedtke vom Landesmusikrat Brandenburg.

Warum kandidieren Sie als Vizepräsidentin?
Weil Chöre singen müssen, gute Musik in Schule, Alltag und Veranstaltungen gehört und Musiker/innen von ihrer Musik leben wollen. Dafür gibt es Ideen, Konzepte und Durchsetzungskraft im Deutschen Musikrat. Und weil ich mich ärgere über zu wenig Musikunterricht, einfältige Musikauswahl im Radio oder Ausnutzung der engagierten Ehrenamtlichen im Amateurbereich. Da können wir doch was ändern!

Welche Erfahrungen und Eigenschaften werden für Ihre Arbeit als Vizepräsidentin besonders hilfreich sein?
Landesmusikräte kennen die Sorgen und Nöte von Profi- und Amateurmusikern vor Ort genau, entwickeln passende Fördermechanismen, reagieren schnell und unbürokratisch, vernetzen Musik und Politik. Gern bringe ich Wissen und Erfahrungen aus der Konferenz der Landesmusikräte an die Spitze des Deutschen Musikrates und dazu Musikwissenschaftliches aus Erbe, aktueller Musik und fremden Kulturen ein.

Mit welchen Zukunftsthemen wollen Sie das Musikleben in den kommenden vier Jahren verändern?
Wie geht Musik weiter? Neu Komponiertes, wieder Entdecktes, Bekanntes vielleicht anders? Wie überwinden wir Corona-Defizite und lernen aus der Livemusik-Abstinenz? Was ist uns Musik wert? Nachhaltigkeit individuell und gesellschaftlich, Musikalische Bildung und Ausbildung, Teilhabe an musikalischer Vielfalt, Stabilisierung der Amateurmusikstrukturen, Erhalt großer Orchester – viel und nicht alles neu.

An welchem DMR Projekt würden Sie gern selbst einmal teilnehmen und warum?
Ich durfte schon dabei sein – in Jurys bei der Auswahl aktueller Musik, bei spannenden Debatten zur Rundfunkpolitik oder in der Strategiekommission, im Projekt Landmusik, bei hervorragenden Wettbewerben und Konzerten. Traumprojekte: Bundesjugendensemble Neue Musik, Multimedia, Förderprogramm Integration durch Musik, Lyrik und Musik – Jugend schreibt und komponiert, Förderprogramm Musik-Essay, Jugend forscht: Musik ...

Mit welchem Stück/Song feiern Sie nach der Wahl?
Keine Ahnung. Vielleicht ein Chopinchen, ganz fein, insbesondere nach lauten Debatten.