Musikrat

Prof. Dr. Hermann Wilske

Hermann Wilske studierte Schulmusik und Germanistik in Freiburg und promovierte an der Universität Augsburg über Max Reger. Anschließend war er drei Jahrzehnte als Gymnasiallehrer tätig. Derzeit ist er Lehrbeauftragter für Musikpädagogik an der Musikhochschule Trossingen. Er ist seit 2011 Präsident des Landesmusikrates Baden-Württemberg sowie seit 2013 Mitglied des Präsidiums des Deutschen Musikrates. Darüber hinaus engagiert er sich als Mitglied des SWR-Rundfunkrates und im Beirat des Deutschen Musikwettbewerbs. Für die Präsidiumswahl nominiert wurde Hermann Wilske vom Landesmusikrat Baden-Württemberg.

Warum kandidieren Sie für das Präsidium?
Es ist mir wichtig, dass die Konferenz der Landesmusikräte (KdLMR) angemessen im Präsidium vertreten ist. Zwischen DMR-Präsidium und KdLMR gibt es aufgrund der Kulturhoheit der Länder eine Gewaltenteilung, die in der Zusammenführung beider Kräfte nicht nur in der Vergangenheit unverzichtbar war (Studien zur musikalischen Bildung in Deutschland), sondern auch in Zukunft sein wird.

Welche Erfahrungen und Eigenschaften werden für Ihre Arbeit im Präsidium besonders hilfreich sein?
Meine Arbeit als Präsident des Landesmusikrates Baden-Württemberg ist wesentlich geprägt von dem Zusammenwirken mit unserem größten Mitglied, der Amateurmusik. Das gilt gleichermaßen für die Bundesebene. Der BMCO ist kein Konkurrent, sondern unverzichtbarer Partner, wenn es um die Entwicklung in der Musik insgesamt geht.

Mit welchen Zukunftsthemen wollen Sie das Musikleben in den kommenden vier Jahren verändern?
Als erstes Zukunftsthema sei die Integration mit und durch Musik genannt. Diese braucht einen langen Atem. Vergegenwärtigt man sich die rückläufigen Teilnehmerzahlen des Bağlama-Wettbewerbes bei „Jugend musiziert“, dann stoßen wir hier auf elementare Hindernisse, die allein gemeinsam mit der Politik zu lösen sind. Ganz grundsätzlich: Im Kontakt des DMR mit den politischen Schaltstellen ist noch viel Luft nach oben.

An welchem DMR Projekt würden Sie gern selbst einmal teilnehmen und warum?
Der Kulturauftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks steht immer wieder zur Disposition, wird zunehmend ausgehöhlt. Umso wichtiger ist es, mit den Landesmedienanstalten über alternative Sendemöglichkeiten nachzudenken. Gemeinsam mit dem Rundfunkarbeitskreis der KdLMR und dem Bundesfachausschuss Medien möchte ich mich der großen Aufgabe widmen, wie die Ausspielwege für klassische Musik und Amateurmusik nach ausländischem Vorbild auch in Deutschland erweitert werden können.

Mit welchem Stück/Song feiern Sie nach der Wahl?
Claude Debussys Prélude 12: „La puerta del vino“.