Musikrat

KMD Christian Finke

Christian Finke, geboren 1958, hat Kirchenmusik an der Hochschule der Künste Berlin studiert. Seit 1985 ist er Kantor der Dreifaltigkeitsgemeinde in Berlin-Lankwitz, seit 2001 auch Kreiskantor für den Bezirk Steglitz. Finke war Gründungsmitglied des Ensembles „Cantori d’Orfeo“ und initiierte die „Lankwitzer Chortage“ sowie die Reihe „Neue Aspekte für die Kirchenmusik“ mit Auftragskompositionen und Uraufführungen. Als Dozent an der Universität der Künste unterrichtet Finke seit über 35 Jahren kirchenmusikalischen Nachwuchs. 2006 wurde ihm der Titel Kirchenmusikdirektor verliehen, 2012 die Geschwister-Mendelssohn-Medaille für Verdienste um das Chorleben in der Bundeshauptstadt. Im Ehrenamt ist Finke Präsident des Chorverbandes in der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. (CEK), der rund 360.000 Sängerinnen und Sänger in knapp 20.000 evangelischen Chören repräsentiert. Er ist zudem Vorsitzender des Fachbereichs Chor und Vizepräsident im Bundesmusikverband Chor & Orchester. Beim Deutschen Musikrat engagiert sich Finke im Präsidium und mehreren Gremien, darunter im Beirat Bundesjugendchor und in der AG Corona-Studien. Für die Präsidiumswahl nominiert wurde Christian Finke vom Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V.

Warum kandidieren Sie für das Präsidium?
Es ist mir wichtig, den Blick auf die Kirchenmusik zu lenken: Sie ist nicht nur ein leuchtender Stern in der Gesellschaft, sondern am gesamten Kulturhimmel in Deutschland. Kirchen sind beliebte Musikaufführungsorte, die vielfältige wohnortnahe und niedrigschwellige Angebote für Menschen unterbreiten, gemeinsam Musik zu machen – eine riesige Basisbewegung für Integration und Partizipation im ganzen Land. Das wird oft übersehen.

Welche Erfahrungen und Eigenschaften werden für Ihre Arbeit im Präsidium besonders hilfreich sein?
Geduldig zuhören, auf Schwächere achten, beharrlich nachfragen, gut abwägen, Kompromisse entwickeln, gerecht entscheiden …: So werde ich von vielen beschrieben. Gern wäre ich jung und weiblich, um mit dem Präsidium des Musikrates näher dran zu sein am Mix der musikmachenden Menschen in Deutschland. Nun ja ;-) Aber dafür punkte ich mit umfangreichen Erfahrungen und einem weit und zugleich breit gespannten Kommunikationsnetzwerk – das ist der Vorteil meines Alters und der Tausenden Arbeitsstunden, die ich in den unterschiedlichen Gremien bislang geleistet habe. Davon kann der Musikrat profitieren.

Mit welchen Zukunftsthemen wollen Sie das Musikleben in den kommenden vier Jahren verändern?
Ich möchte über die Musik ein interdisziplinäres, internationales und interreligiöses Denken und Verstehen fördern. Über den christlich-kirchlichen Raum hinaus gilt es, ein friedliches und gerechtes Zusammenleben für heute und morgen zu erreichen. Das klingt vielleicht etwas abgehoben, ist aber doch ganz „basic“: Musik ist eine spürbare Kraft, die Menschen miteinander verbindet. Nutzen wir Sie!

An welchem DMR Projekt würden Sie gern selbst einmal teilnehmen und warum?
Im Bundesjugendchor mitsingen! Schade, dass es den noch nicht gab, als meine Bassstimme top war. Ich freue mich, dass das nationale Auswahlensemble jetzt besteht und ich mit dem Beirat im Hintergrund auch ein bisschen mitwirken darf.

Mit welchem Stück/Song feiern Sie nach der Wahl?
„Besuche das Glück im Herzen dein / und lass es nicht verloren sein. / Glückliche Herzen laden dich ein, / auf Erden Teil des Himmels zu sein, / auf Erden Teil des Himmels zu sein.“ – Das stimmungsvolle Lied hat ein Kollege geschrieben. Es steckt voller Dankbarkeit, Gottvertrauen und dem Blick nach vorn. Diese Mischung passt prima zu meinem Verständnis von einem Amt, in das ich gewählt werde.