Musikrat

Prof. Anette von Eichel

Anette von Eichel studierte BM & MM Jazzgesang am Royal Conservatoire Den Haag/NL und Magister Kolonialgeschichte an der Rijksuniversiteit Leiden/NL und schloss beide Studien mit Auszeichnung ab. Sie ist als Sängerin, Komponistin und Texterin in Projekten mit internationalen Musikerinnen und Musikern sowie Komponistinnen und Komponisten von zeitgenössischem Jazz bis zu freier Improvisation/ Neuer Musik tätig. Seit 2010 ist sie Professorin für Jazzgesang an der Hochschule für Musik und Tanz Köln; seit 2021 Dekanin für den Fachbereich Jazz Pop. Seit 2016 engagiert sie sich im Vorstand der Deutschen Jazzunion und arbeitet in diversen Gremien mit. Für die Präsidiumswahl nominiert wurde Anette von Eichel von der Deutschen Jazzunion.

Warum kandidieren Sie für das Präsidium?
Die letzten anderthalb Jahre waren für uns Musiker/innen und Kulturschaffende in Deutschland einschneidend. Nach meiner Ansicht braucht es einen klugen Austausch zwischen uns und der Politik, um auch in Zukunft den Bedeutungsraum von Musik und Kultur in der Gesellschaft klarzumachen und darzustellen. Für uns als Musikschaffende spielt der Deutsche Musikrat dabei nach meiner Meinung eine zentrale Rolle.

Welche Erfahrungen und Eigenschaften werden für Ihre Arbeit im Präsidium besonders hilfreich sein?
Ich bin eine über Genres hin breit aufgestellte Musikerinnenpersönlichkeit, die auch wissenschaftlich interessiert ist. Ich verfüge aus meiner künstlerischen und meiner Hochschularbeit über Erfahrungen in der Arbeit mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten. Ich kann gut auf verbindliche Art Fragen stellen, die Hintergründe klarmachen. Ich bin interessiert, offen, direkt, zäh und habe Humor.

Mit welchen Zukunftsthemen wollen Sie das Musikleben in den kommenden vier Jahren verändern?
Ein Kernthema für mich ist die gesellschaftliche Bedeutung von Kultur. Musik und Kultur sind kein Luxus, sondern ein Bedürfnis von uns Menschen, aus dem heraus wir unsere Werte als Gesellschaft schöpfen. Ohne freie, blühende Kultur gibt es keine freie Gesellschaft. Als Leitthemen für die Zukunft sehe ich daher Vielfalt und Diversität und die Frage der Nachhaltigkeit unserer Arbeit im Musikbetrieb.

An welchem DMR Projekt würden Sie gern selbst einmal teilnehmen und warum?
Der DMR hat eine Reihe von großartigen Projekten, die ich schon gut kenne und an denen ich teilgenommen habe, wie z.B. das Bundesjugendjazzorchester als junge Musikerin und jetzt Dozentin oder „Jugend jazzt“. Neu interessieren würde mich der Deutsche Musikwettbewerb. Ich glaube fest an die Dynamik kontextübergreifender Arbeit, der Deutsche Musikwettbewerb interessiert mich in diesem Zusammenhang.

Mit welchem Stück/Song feiern Sie nach der Wahl?
„Endorphine Machine“ von Prince.