Musikpolitik

Musikland Deutschland - Wieviel kulturellen Dialog wollen wir?

Migration und Integration sind vielerorts zum Spannungsfeld zwischen Deutschen und ihren ausländischen Mitbürgern geworden. Das Problem der kulturellen Abschottung ist dabei zu einem gewichtigen Faktor in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion avanciert und stellt eine große Herausforderung dar. Doch welchen Beitrag kann Musik leisten, um den interkulturellen Dialog zu fördern? Kann sie Brücken schlagen im Zusammenleben mit den deutschen Nachbarn?

Im Rahmen der Fachtagung diskutierten im November 2005 Experten und Entscheidungsträger aus Kultur, Politik und Wirtschaft zum diesen Fragen. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen an die Politik und die zivilgesellschaftlichen Organisationen wurden als 2. Berliner Appell veröffentlicht.

„ Deutschland ist ein Standort kultureller Vielfalt. Die Tagung des Deutschen Musikrates hat deutlich gezeigt, welche Chancen dieser Reichtum an unterschiedlichen Kulturen für die weitere Entwicklung unseres Landes bieten kann. Das Andere zu erkennen und schätzen zu lernen, kann aber nur gelingen, wer das Eigene kennt. Deshalb müssen wir sowohl die Rahmenbedingungen kultureller Identitätsbildung verbessern, als auch den interkulturellen Dialog ausbauen. Das Zusammenleben in unserer Gesellschaft wird auf Dauer nur gelingen, wenn dieser Zusammenhang im Alltag erfahrbar wird - von der breit vernetzten Laienmusikszene bis zur Auswärtigen Kulturpolitik. Dazu ist es unabdingbar, dass jedes Kind, unabhängig von seiner sozialen und ethnischen Herkunft, die Chance auf eine qualifizierte musikalische Bildung erhält.”

Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates