Musikpolitik

"Musikpreis 50+" des Deutschen Musikrates

Der „Musikpreis 50+“ des Deutschen Musikrates ist anlässlich des Kongresses „Es ist nie zu spät – Musizieren 50+“ in Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk, hr4, im Jahr 2007 zum ersten Mal ausgeschrieben worden. Am 19. Februar 2008 wurde der „Musikpreis 50+" im Musikinstrumentenmuseum Berlin verliehen.

Viele Menschen sind davon überzeugt, sie seien unmusikalisch und Musizieren sollte doch denjenigen überlassen bleiben, die es besonders gut können. Gerade unter den Älteren sind solche Einstellungen verbreitet. Denn früh übt sich, was ein Meister werden will, und was Hänschen nicht gelernt hat, lernt Hans nimmermehr. Doch betrachtet man das Musikleben in Deutschland einmal genauer, so stellt man fest, wie viele Laien auch fortgeschrittenen Alters gerne und gut musizieren und wie wichtig musikalische Aktivität für diese Menschen ist. Egal auf welchem Niveau, ob allein oder in Gruppen: Musik bietet sowohl persönliches Glück und Selbstverwirklichung als auch sozialen Zusammenhalt. Das Musikleben hat daher gerade in seiner Breite eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung. Soziale Isolation ganzer Gesellschaftsteile – wie zum Beispiel der Älteren – hat schlimme Folgen für alle Bürger eines Landes. Je mehr Menschen die Möglichkeit zu musizieren bekommen und wahrnehmen, desto besser ist es für eine humane Gesellschaft.

„Es ist nie zu spät!“ lautete daher die zentrale Botschaft des Deutschen Musikrates bereits 2007 auf einem gleichnamigen Kongress, der in Wiesbaden und Mainz mit der Unterstützung der Wiesbadener Musikakademie, des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz, des Verbandes deutscher Musikschulen und der Deutschen Orchestervereinigung stattfand. Mit dem „2. Berliner Appell“ und der „Wiesbadener Erklärung“ wurde die Politik aufgefordert, bundesweit die Rahmenbedingungen für das Musizieren auch älterer Menschen zu verbessern. 2008 wurde nun in Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk, hr4, erstmalig der „Musikpreis 50+“ verliehen. Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrates, und Prof. Dr. Conny Restle, Direktorin des Berliner Musikinstrumentenmuseums, hatten zu der Verleihung in den Curt-Sachs-Saal des Museums geladen.

Über die Arbeit mit politischen Gremien hinaus wurde so auch ein Impuls dafür gegeben, Barrieren im Denken der Menschen abzubauen. „Die Mauer in den Köpfen, auf der steht ‚Ich bin zu alt zum Musizieren’ muss weg, denn jeder Mensch hat die Fähigkeit sich durch Musik auszudrücken“, so Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates und Juryvorsitzender des "Musikpreises 50+". Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, überreichte gemeinsam mit ihm den „Musikpreis 50+“ und verwies in diesem Zusammenhang auf die Formel des lebenslangen Lernens:

Von der Leyen gab zu bedenken, es stünde dem gesamten Land gut an, wenn die ältere Generation „musiziert statt resigniert.“ „Musik schafft Verbindung mit anderen, gemeinsames Musizieren bringt Menschen jeden Alters zusammen.“ Impulse für mehr Musik seien daher „ein wichtiger Schritt, mit dem wir auch einem neuen Miteinander der Generationen näher kommen.“, sagte die Bundesministerin in ihrer Rede auf dem Festakt.

Der Festakt zur Verleihung des "Musikpreises 50+" wurde von nmzMedia aufgezeichnet und im Rahmen der Dokumentation „Es ist nie zu spät - Musizieren 50+" als DVD veröffentlicht. Die DVD kann gegen eine Schutzgebühr von € 12,00 Stück im Generalsekretariat bestellt werden.