Musikpolitik

Es ist nie zu spät – Musizieren 50+

Die Potentiale des Demographischen Wandels und seine Probleme – wie die zunehmende Vereinsamung älterer Menschen – sind gesellschaftspolitische Herausforderungen, die dringend neuer bzw. verstärkter Lösungsansätze bedürfen. Die Musik kann dabei Chancen eröffnen, die kreativen Potentiale älterer Menschen in viel stärkerem Maße als bisher zu entfalten und in die Gesellschaft einzubringen. „Es ist nie zu spät – Musizieren 50+“. Im Jahr 2007 hat der Deutsche Musikrat mit seinem Kongress und der daraus entstandenen „Wiesbadener Erklärung“ dieses Motto einer aufkommenden Altersgesellschaft mit 12 Forderungen an Politik und Gesellschaft verbunden. Seitdem hat dieser Imperativ nicht an Berechtigung eingebüßt. Im Gegenteil: Die Alterswissenschaftler einer Reihe von Disziplinen und die positiven Erfahrungen einer wachsenden Zahl auch älterer Musikbegeisterter legen die Förderung dieses Ziels nahe – als musikpolitische Reaktion auf die Herausforderungen des Demographischen Wandels.

Wiesbadener Erklärung des Deutschen Musikrates

2007 hat der Deutsche Musikrat das Motto „Es ist nie zu spät - Musizieren 50+" mit 12 Forderungen an die Politik und Gesellschaft verbunden. Mit der „Wiesbadener Erklärung" werden alle Verantwortlichen in Bund, Ländern und Gemeinden unter anderem aufgefordert, einen Masterplan „Musizieren 50+" zu entwerfen.

Kongress - Musizieren 50+

Mit ausgesuchten Experten sind beim Kongress zu Musizieren 50+ im Juni 2007 erstmals die Auswirkungen und Konsequenzen des Demographiewandels für unsere Musikkultur erörtert worden. Der Deutsche Musikrat setzt sich für eine Verbesserung des barrierefreien und generationsübergreifenden Musizieren ein. Ergebnis des Kongresses „Es ist nie zu spät – Musizieren 50+“ ist die Wiesbadener Erklärung, die von dem Kongress verabschiedet und dem Präsidenten des Deutschen Musikrates, Martin Maria Krüger, übergeben wurde. Das Präsidium des Deutschen Musikrates hat sich einstimmig dieser Erklärung angeschlossen. Die Wiesbadener Erklärung enthält Handlungsaufforderungen an Politik und Gesellschaft zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für das aktive Musizieren im Alter.

 

Musikpreis 50+

Der „Musikpreis 50+“ des Deutschen Musikrates wurde 2007 anlässlich des Kongresses „Es ist nie zu spät – Musizieren 50+“ in Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk, hr4, zum ersten Mal ausgeschrieben. Am 19. Februar 2008 wurde die Auszeichnung im Musikinstrumentenmuseum Berlin verliehen.

Musik bietet sowohl persönliches Glück und Selbstverwirklichung als auch sozialen Zusammenhalt. Das Musikleben hat daher gerade in seiner Breite eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung. Soziale Isolation ganzer Gesellschaftsteile – wie zum Beispiel der Älteren – hat schlimme Folgen für alle Bürger eines Landes. Je mehr Menschen die Möglichkeit zu musizieren bekommen und wahrnehmen, desto besser ist es für eine humane Gesellschaft.

„Es ist nie zu spät!“ lautete daher die zentrale Botschaft des Deutschen Musikrates bereits 2007 auf einem gleichnamigen Kongress, der in Wiesbaden und Mainz mit der Unterstützung der Wiesbadener Musikakademie, des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz, des Verbandes deutscher Musikschulen und der Deutschen Orchestervereinigung stattfand. Mit dem „2. Berliner Appell“ und der „Wiesbadener Erklärung“ wurde die Politik aufgefordert, bundesweit die Rahmenbedingungen für das Musizieren auch älterer Menschen zu verbessern.

Über die Arbeit mit politischen Gremien hinaus wurde so auch ein Impuls dafür gegeben, Barrieren im Denken der Menschen abzubauen. „Die Mauer in den Köpfen, auf der steht ‚Ich bin zu alt zum Musizieren’ muss weg, denn jeder Mensch hat die Fähigkeit sich durch Musik auszudrücken“, so Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates und Juryvorsitzender des "Musikpreises 50+". Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, überreichte gemeinsam mit ihm den „Musikpreis 50+“ und verwies in diesem Zusammenhang auf die Formel des lebenslangen Lernens:

Von der Leyen gab zu bedenken, es stünde dem gesamten Land gut an, wenn die ältere Generation „musiziert statt resigniert.“ „Musik schafft Verbindung mit anderen, gemeinsames Musizieren bringt Menschen jeden Alters zusammen.“ Impulse für mehr Musik seien daher „ein wichtiger Schritt, mit dem wir auch einem neuen Miteinander der Generationen näher kommen.“, sagte die Bundesministerin in ihrer Rede auf dem Festakt.

Der Festakt zur Verleihung des "Musikpreises 50+" wurde von nmzMedia aufgezeichnet und im Rahmen der Dokumentation „Es ist nie zu spät - Musizieren 50+" als DVD veröffentlicht. Die DVD kann gegen eine Schutzgebühr von € 12,00 Stück im Generalsekretariat bestellt werden.