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Musikpolitik

Musik und Medien

Der Deutsche Musikrat setzt sich dafür ein, den weitgreifenden Veränderungsprozess des digitalen Zeitalters als Chance für die kulturelle Selbstäußerung des Menschen deutlich zu machen und dabei zugleich Perspektiven für den Schutz kreativen Schaffens zu eröffnen. Neue Medien bieten große Chancen und Potenziale für die Musik und ihre Künstlerinnen und Künstler. Die zunehmende Ökonomisierung der Medienlandschaft, marktliberale Ansprüche und eine vollständige Nutzerorientierung haben jedoch auch zu einer Nivellierung von Medienangeboten geführt. Zudem werden die Herausforderungen und Chancen des Digitalen Zeitalters nahezu ausschließlich unter technologischen Gesichtspunkten wie z.B. dem Breitbandausbau oder der (technischen) Medienkompetenz diskutiert.

4. Berliner Appell

Vertreter von über 100 Dachverbänden des Musiklebens verabschiedeten 2015 einstimmig den 4. Berliner Appell „Schöne neue Medienwelt: Kreative schützen!". Das Positionspapier bündelt zentrale Forderungen für den Bildungs- und Kulturbereich in Bezug auf die Entwicklungsperspektiven der Medienlandschaft in Deutschland. Vor dem Hintergrund, dass Medienpolitik auch unter kultur- und bildungspolitischen Aspekten Gesellschaftspolitik ist, setzte der Deutsche Musikrat mit dem 4. Berliner Appell einen weiteren Impuls für die gesellschaftliche Debatte.

EU-Richtlinie zum Urheberrecht

Der Deutsche Musikrat setzt sich dafür ein, dass Kreative angemessen an den Erlösen beteiligt werden, die durch die Bereitstellung ihrer Werke auf Internetplattformen erwirtschaftet werden. Die vom Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments vorgelegte Richtlinie zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt sah diesen fairen Ausgleich vor. Am 26. März 2019 stimmte das Europäische Parlament mehrheitlich für den Entwurf der EU-Richtlinie. Dieser Abstimmung gingen mehrjährige Verhandlungen der beteiligten Akteure voraus. Im Vorfeld der Abstimmungen im EU-Parlament setzte sich der DMR im Rahmen seiner Politikberatung und Öffentlichkeitsarbeit für den Entwurf ein. Am 15. April 2019 wurde die EU-Richtlinie auch von den EU-Mitgliedsstaaten final verabschiedet. Bis 2021 müssen die neuen Regelungen in nationales Recht umgesetzt werden.