Musik und Demokratie

2025 war Wahljahr – ein Jahr, in dem gesellschaftliche Kräfte neu ausgelotet, grundsätzliche Werte neu hinterfragt oder gestärkt werden. Ein Jahr, in dem die Stimme jeder und jedes einzelnen mehr denn je zählt. Wie passend, dass die Landesmusikräte 2025 die Stimme zum „Instrument des Jahres“ auserkoren haben! Zugleich stand auch im Deutschen Musikrat (DMR) mit der alle vier Jahre stattfindenden Wahl des Präsidiums im Herbst 2025 eine Neuausrichtung bevor. Diese besondere Zeit mit ihren Dynamiken und Diskussionen nahm der Deutsche Musikrat zum Anlass für eine Erkundungsreise: Gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden spürte er der Vernetzung und Verankerung von gesellschaftlich-demokratischen Prozessen im vielfältigen Musikleben nach und hob diese in den Fokus von Austauschrunden, Veranstaltungen und Veröffentlichungen.

 

Veranstaltungen

In kostenfreien Online-Formaten wurden Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Partizipation mit Expert:innen diskutiert sowie Best-Practice-Beispiele zur Demokratieförderung durch Musik vorgestellt. Die Aufzeichnungen dieser drei Veranstaltungen stehen Ihnen zur Verfügung.

Den Höhepunkt bildete die Fachtagung am 24. Oktober 2025, bei der wir gemeinsam mit Expert:innen aus Politik, Kultur und Gesellschaft die Wechselwirkungen von Musikleben und demokratischen Prozessen beleuchteten.

Fachtagung „Musik und Demokratie“

Der Deutsche Musikrat veranstaltete am 24. Oktober 2025  in der Katholischen Akademie Berlin eine Fachtagung zum Jahresthema „Musik und Demokratie“. Im Rahmen von Impulsen, einer Plenumsdiskussion, eines kulturpolitischen Gesprächs mit Ingo Mix (Abteilungsleiter Kunst- und Kulturförderung beim BKM) sowie in einem abschließenden Fishbowl-Format wurde erkundet, welche Wechselwirkungen es zwischen dem Musikleben und gesellschaftlich-demokratischen Prozessen gibt.

Das Programm der Tagung finden Sie HIER.  

Zudem wurde im Rahmen der Fachtagung die Resolution Musik fördert die Demokratie! Impulse, Forderungen und Bekenntniserarbeitet und am Folgetag von der Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrats verabschiedet. 

Zur Resolution

Mitwirkende

Ingo Mix ist seit 2020 Leiter der Abteilung Kunst- und Kulturförderung beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Nach Hamburger Jahren beim Internationalen Sommertheater Festival auf Kampnagel, später als Pressesprecher der Kulturbehörde und der Hamburgischen Bürgerschaft wechselte er 2003 zur BKM nach Berlin. Dort war er Büroleiter bei den Staatsministern Christina Weiss und Bernd Neumann, dann zehn Jahre als Referatsleiter für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Hauptstadtkulturförderung bei der BKM zuständig.

Prof. Dr. Barbara Hornberger ist Professorin für Musikwissenschaft mit einem Schwerpunkt in Populärer Musik und Digitalen Musikkulturen an der Bergischen Universität Wuppertal. Sie hat an der Universität Hildesheim im Fach Kulturpädagogik studiert und war dort als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur tätig. Von 2016 bis 2022 war sie Professorin für die Didaktik populärer Musik an der Hochschule Osnabrück.

Ihre Arbeitsschwerpunkte in Forschung und Lehre sind transdisziplinäre Forschung zu Populärer Musik, Kulturgeschichte Populärer Musik, Inszenierungen Populärer Musik, Didaktik des Populären sowie Populäre Musik im postdigitalen Zeitalter.

B. Hornberger ist Vorsitzende der GMM (Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung) und sitzt im wissenschaftlichen Beirat der GFPM (Gesellschaft für Popularmusikforschung).

Ulrike Liedtke, geboren in Weimar, studierte Musikwissenschaft in Leipzig und promovierte. Anschließend war sie an der Akademie der Künste Berlin tätig.

Ab 1991 war sie Gründungsdirektorin der Bundesmusikakademie Rheinsberg/Schlosstheater, hatte diverse Lehraufträge inne und ist seit 2017 Professorin an der Universität Potsdam.

Ehrenamtlich engagiert sie sich als Vizepräsidentin im Deutschen Musikrat, als Mitglied im Aufsichtsrat des Deutschen Musikrates, als Präsidentin des Landesmusikrates Brandenburg und als Vorsitzende der Konferenz der Landesmusikräte.

2015 gründete Liedtke das Deutsch-Arabische Kindermusiktheater Rheinsberg. Sie veröffentlichte zahlreiche Publikationen zur Neuen Musik und zur Musik des 18. Jahrhunderts, leitete den CD-Autorenbeirat „Musik in Deutschland 1950-2000“, ist Jurorin etwa in den Programmen Landmusik, IMPULS und NEUSTART KULTUR.

Sie wurde mit dem Bundesverdienstkreuz sowie dem Kunstpreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet.

Seit 2014 ist sie Mitglied des Landtages Brandenburg, seit 2019 Landtagspräsidentin.

Udo Dahmen wurde 1951 in Aachen geboren und studierte in Aachen, Köln und Paris Schlagzeug.

Von 2003 bis 2023 war Udo Dahmen künstlerischer Direktor, Geschäftsführer und Professor  der Popakademie Baden-Württemberg. Er ist Vizepräsident im Präsidium sowie Mitglied im Aufsichtsrat des Deutschen Musikrats. Zudem engagiert er sich als Ehrenpräsident im Schlagzeugerverband „Percussion Creativ“.

Er arbeitete als professioneller Drummer und als Dozent und Sprecher des Kontaktstudiengangs Popularmusik an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.

Seit 2013 betreibt er samstags einen Podcast bei SWR Kultur in der Rubrik „Erklär mir Pop“.

Im April 2023 wurde Dahmen mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wurde Dahmen die Ehrennadel der Deutschen Jazzunion verliehen.

Business Strategist, Conference Curator, Host und Speaker, AC Coppens hat THE CATALYSTS gegründet - eine Agentur für innovative und kreative Akteure, die an der Schnittstelle von digitalen Technologien und Musik, Film, immersiven Medien, Design und Kunst arbeiten. Informiert durch multidisziplinäre Perspektiven und einen narrativen Ansatz, erforscht das Team neue Entwicklungen in Emerging Tech, Wissenschaft und Kultur, um Events in Orte des Wissensaustauschs zu verwandeln. AC wird häufig zu internationalen Konferenzen eingeladen, um Vorträge zu halten und anregende Diskussionen mit Experten zu moderieren.

Impressionen

Aufzeichnungen der Online-Formate

 

„Musik als Motor für gesellschaftlichen Wandel“ vom 29. April 2025

 

„Demokratie in der Musik – Partizipation nach innen leben“ vom 18. Juni 2025

 

„Musik und Demokratie – Eine enge Verbindung?“ vom 08. September 2025


Veröffentlichungen

Im Magazin des Deutschen Musikrats wurden wir im Laufe des Jahres in unterschiedlichsten Beiträgen zu #MusikUndDemokratie veröffentlicht. Hier gibt es die Teaser:

Beitrag #10: Radikal frei - Neue Musik als Labor der Demokratie

Beitrag #7: Wie demokratisch ist unsere Ensemblekultur?

Beitrag #4: Amateurmusik als Werkstatt der Demokratie

Beitrag #1: 100 Fragen an die DEMOKRATIE!

Beitrag #9: Popmusik: Soundtrack des gesellschaftlichen Wandels

Beitrag #6: Alle Menschen? - Von Bernhard König

Beitrag #3: Musik ist der Sound der Demokratie

Beitrag #8: Demokratie zu viert – Resonanzraum Streichquartett

Beitrag #5: Wer entscheidet, wer gehört wird?

Beitrag #2: Von der Musik zur Demokratie


Was hat Demokratie mit Musik zu tun? Ist gemeinsames Musizieren demokratisch? Wo liegen die konkreten Bezüge zwischen aktivem Musizieren, Konzertgenuss und Demokratie? Wie können wir das mit Bezug zur Amateurmusik, zum professionellen Musikleben, zur Musikwirtschaft untersuchen? Wie können und müssen Politik und Zivilgesellschaft das Musikleben unterstützen, damit es seine Potenziale, die Demokratie zu bewahren und zu stärken, entfalten kann? Wie können wir selbst im Musikbereich demokratischer agieren, wo haben wir blinde Flecken? Will man die Zusammenhänge zwischen Musik und Demokratie und damit eng verbunden auch zu Teilhabe, Partizipation und Inklusion fundiert und nicht nur oberflächlich herausarbeiten, muss man sich Fragen wie diesen stellen: offen, ehrlich, gemeinsam und auf Augenhöhe. Als Dachverband des Musiklebens freuen wir uns sehr darauf, das spannende und vielfältige Thema ‚Musik und Demokratie‘ 2025 zusammen mit unseren Mitgliedern und unserem großen Netzwerk zu erkunden, Impulse dafür zu geben und den Austausch zu moderieren. Lasst uns gemeinsam diskutieren, streiten und lernen über das, was Musik in unserer Gesellschaft bewirken kann: Menschen zusammenbringen, Teilhabe ermöglichen, Horizonte erweitern!“


Musikpolitische Arbeit

Die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 bedeutete auch für die Musik- und Kulturpolitik eine wichtige Zäsur. Daher hat der Deutsche Musikrat den Parteien in einem Positionspapier die wichtigsten musikpolitischen „Baustellen“ erläutert und konstruktive Vorschläge für eine gelingende Musikpolitik gemacht.

Zum Positionspapier

#Klartext

In einer konzertierten Presse-Aktion unter dem Motto #Klartext sensibilisierte der Deutsche Musikrat gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden die neue Bundesregierung, aber auch die zuständigen Politiker:innen in Ländern und Kommunen für zentrale musikpolitische Anliegen. Die im Rahmen der Aktion veröffentlichten Pressemitteilungen finden Sie im Folgenden: 

 

 

Mehr erfahren

 

Ich bin ...

Musiker*innen können in den Ensembles des Deutschen Musikrates mitsingen oder mitspielen, dem Bundesjugendorchester, dem Bundesjazzorchester und dem Bundesjugendchor, an Wettbewerben teilnehmen. Mit vier weiteren Projekten im Bereich Förderung unterstützt der Deutsche Musikrat junge hochtalentierte Musiker*innen, Dirigent*innen, Komponist*innen und Interpret*innen zeitgenössischer Musik sowie Popmusiker*innen auf ihrem Weg in ein professionelles Musikerleben und schlägt eine Brücke zwischen Musiker*innen, Veranstalter*innen und Publikum. Zudem bietet das Deutsche Musikinformationszentrum (miz) eine zentrale Informationsstelle zu allen Themen des Musiklebens.

 

 

Der Deutsche Musikrat ist Träger der Wettbewerbe für Kinder und Jugendliche: Jugend musiziert und Jugend jazzt, der Wettbewerbe für professionelle Musiker*innen: dem Deutschen Musikwettbewerb, dem German Conducting Award (ehem. Deutscher Dirigentenpries) sowie dem Deutschen Chordirigent*innenpreis sowie den Wettbewerben für Amateurmusiker*innen: dem Deutschen Chorwettbewerb und dem Deutschen Orchesterwettbewerb.

Der Deutsche Musikrat e. V. ist Sprachrohr und Impulsgeber musikpolitischer Themen für seine Mitglieder.

Die zahlreichen Vorteile einer Mitgliedschaft im Deutschen Musikrat e.V. für Sie zusammengestellt. 

Unter derm Menüpunkt MEDIA finden Sie unsere Presseseite mit allen aktuellen Meldungen, unsere Presseseite mit den Pressekontakten und die Publikationen.

Zur Förderung der jungen Musiker*innen und Musiker in den Ensembles des Deutschen Musikrates gehört auch das Konzertieren auf der Bühne vor Publikum. Anfragen für Engagaments nehmen die Projektletiter*innen gern entgegen. Durch die Konzertförderung Deutscher Musikwettbewerb werden im Jahr ca. 200 Konzerte an Konzertveranstalter und Konzertreihen vermittelt.

Musikpädagog*innen finden Konzepte und Arbeitsmaterialien für den Musikunterricht bei den Vermittlungsprojekten des Podium Gegenwart. Aktuelle musikpolitische Entwicklungen und Studien finden sich im Themenbereich „Musikalische Bildung“ sowie Fachbeiträge dazu beim Deutschen Musikinformationszentrum.

Mit dem Deutschen Musikinformationszentrum bietet der Deutsche Musikrat eine zentrale Informationsstelle zu allen Themen des Musiklebens.