Musikpolitik

2. Berliner Appell des Deutschen Musikrates

„Wer das je Eigene nicht kennt, kann das je Andere nicht erkennen"

Im Juli 2006 wurde Bundespräsident Horst Köhler der 2. Berliner Appell zum interkulturellen Dialog des Deutschen Musikrates übergeben. Das Papier ist das Ergebnis eines Kongresses zum interkulturellen Dialog, in dessen Rahmen über 200 Experten aus Politik, Kultur und Wirtschaft Vorschläge für eine bessere Verständigung der Kulturen diskutiert haben.


Kulturelle Identität stärken und interkulturellen Dialog ermöglichen, ist der Grundtenor des Appells, der von Prof. Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrates, und Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates, an den Bundespräsidenten übergeben wurde.

Der Appell, der sich an die Politik und die Zivilgesellschaft richtet, fordert die Stärkung der kulturelle Identität und des interkulturellen Dialogs u.a. in den Bereichen der Musikalischen Bildung, der Laienmusik und der Auswärtigen Kulturpolitik.

Der Deutsche Musikrat möchte mit seinem 2. Berliner Appell dazu beitragen,

  • das Bewusstsein für den Zusammenhang von Bildung und interkulturellem Dialog zu schärfen,
  • die Rahmenbedingungen für die Musikalische Bildung und die Begegnungsorte interkultureller Dialoge zu verbessern,
  • die Bereitschaft und die Fähigkeit zum Dialog zu befördern, Kulturelle Vielfalt als Reichtum und nicht als Bedrohung in den Köpfen und Herzen der Bürgerinnen und Bürger bewusst zu machen,
  • das Engagement aller gesellschaftlichen Gruppen für den Erhalt und die Stärkung Kultureller Vielfalt zu verbessern,
  • die Vernetzung der im 2. Berliner Appell aufgeführten Themenfelder als Handlungsaufforderung an die Politik und die Zivilgesellschaft zur Zusammenarbeit zu verstehen,
  • als Berufungsgrundlage für konkrete Umsetzungsmaßnahmen zu dienen.

Erstunterzeichner

Der 2. Berliner Appell wird von einer Reihe prominenter Erstunterzeichner* aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unterstützt u.a. von

  • den Bundespräsidenten a.D. Dr. Walter Scheel und Dr. Richard von Weizsäcker;
  • Frank Bsirske, Bundesvorsitzender der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaften;
  • Alfred Brendel, Pianist;
  • Walter Hirche, Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission;
  • Gidon Kremer, Geiger;
  • Prof. Sabine Meyer, Klarinettistin und Hochschulprofessorin;
  • Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Hochschulprofessor und Staatsminister für Kultur und Medien a.D.,
  • Cem Özdemir, Mitglied des europäischen Parlaments für die Partei Die Grünen;
  • Isabel Pfeiffer-Pönsgen, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder;
  • Prof. Thomas Quasthoff, Sänger und Hochschulprofessor;
  • Prof. Dr. Joachim Sartorius, Intendant der Berliner Festspiele;
  • Prof. Dr. Gesine Schwan, Universitätspräsidentin der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder);
  • Michael Sommer, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes;
  • Prof. Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste;
  • Christian Wulff, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen;
  • Dr. Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestages
  • Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister der Stadt Berlin
  • Rolf Zuckowski, Musiker und Komponist.

    *Anmerkungen: Die genannten Funktionen beziehen sich auf den Zeitpunkt der Unterzeichnung im Jahre 2006.