Allgemeines

12.07.2017

Mehr Musikberichterstattung, weniger fest angestellte Musikredakteure

MIZ präsentiert Hintergründe zu Strukturen und Entwicklungen der Musikberichterstattung in Print- und Onlinemedien

• Musik mit Abstand häufigstes Thema der Kulturberichterstattung
• Deutliche Zunahme der Berichterstattung über Popularmusik
• Immer weniger fest angestellte Musikredakteure
• Großer Konkurrenzdruck durch Online-Medien

Musik nimmt im Themenspektrum der Feuilleton- und Kulturseiten von Tages- und Wochenzeitungen einen unangefochtenen Spitzenplatz ein. Wie das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), eine Einrichtung des Deutschen Musikrats, mitteilt, machen musikbezogene Beiträge mittlerweile über ein Viertel der Kulturberichterstattung aus. Grund hierfür ist nicht zuletzt die größere Beachtung des Popularmusikbereichs, dessen Anteil an der Berichterstattung dem der E-Musik inzwischen gleichberechtigt gegenübersteht. Trotz der hohen Wertschätzung musikalischer Themen ist jedoch die Anzahl fest angestellter Musikredakteurinnen und -redakteure gesunken. Vor allem die Konkurrenz durch kostenlose Angebote aus dem Internet stellt die Macher von Printmedien vor besondere Herausforderungen.

In einem neuen Schwerpunktangebot zum Thema „Musikberichterstattung in Print- und Onlinemedien“ wirft das MIZ einen Blick auf die aktuelle Situation des Musikjournalismus in Deutschland und vermittelt grundlegende Informationen zu Strukturen und Entwicklungen in diesem Bereich. Betrachtet werden dabei die Redaktionen von rund 170 Tages- und Wochenzeitungen, die regelmäßig über musikbezogene Themen berichten. Nach Angaben des MIZ arbeiten in den Redaktionen derzeit etwa 100 fest angestellte Redakteurinnen und Redakteure, die Musik als Schwerpunkt ihrer Berichterstattung nennen.

„Die Kulturteile der deutschen Zeitungen stehen bis in die kleinsten Auflagenklassen hinein für eine unabhängige und vielfältige Musikberichterstattung und befriedigen ein weit verbreitetes Informationsbedürfnis. Als wichtige Stimme im kulturellen Diskurs haben sie darüber hinaus eine hohe politische Relevanz“, erläutert der Leiter des MIZ, Stephan Schulmeistrat. „Allerdings klagen viele Redaktionen über eine erhöhte Arbeitsbelastung, nicht zuletzt deshalb, weil Presseverlage aus wirtschaftlichen Gründen in den vergangenen Jahren vermehrt gezwungen waren, feste Stellen abzubauen und auch die Beschäftigung freier Mitarbeiter einzuschränken“, so Schulmeistrat weiter.

Über die Tages- und Wochenzeitungen hinaus existieren etwa 170 regelmäßig erscheinende musikalische Fachzeitschriften mit breitem inhaltlichen Spektrum: von großen Publikumszeitschriften und Zeitschriften mit Schwerpunktsetzung auf einzelne musikalische Genres über instrumentenspezifische Titel bis hin zu wissenschaftlichen oder berufsgruppenorientierten Publikationen, etwa im Bereich Musikwissenschaft oder Musiktherapie. Ergänzt werden sie durch eine stetig wachsende Zahl von Online-Angeboten und Musikblogs.

Im Zentrum des Informationsangebots steht ein neuer Fachbeitrag von Gunter Reus, Professor für Journalistik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und selbst erfahrener Kulturjournalist. Im Rahmen einer umfassenden Darstellung der Printmedien beleuchtet er Arbeitsinhalte und Arbeitsbedingungen von Musikjournalisten. Unter Einbeziehung eigener Untersuchungsergebnisse zeichnet der Autor u. a. die Entwicklung journalistischer Darstellungsformen im Spiegel der voranschreitenden Digitalisierung nach und beschreibt damit verbundene Veränderungen im Berufsbild des Musikjournalisten.

Abgerundet wird das Angebot des MIZ durch weiterführende Informationen zu Verbänden, Ausbildungsmöglichkeiten, Fort- und Weiterbildungs- sowie Fördermaßnahmen für Musikjournalistinnen und -journalisten. Auch kommen Vertreter des professionellen Musikjournalismus in Interviews zu Wort.

Zu erreichen ist das neue Angebot unter:
http://www.miz.org/fokus_musikberichterstattung.html

Über das MIZ:
Unter dem Dach des Deutschen Musikrats erfasst und dokumentiert das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) Strukturen und Entwicklungen der Musikkultur. Das Spektrum reicht dabei von der musikalischen Bildung und Ausbildung über das Laienmusizieren, die Musikförderung und die professionelle Musikausübung bis zu den Medien und der Musikwirtschaft. Gefördert wird das MIZ durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, die Stadt Bonn sowie von privater Seite durch die GEMA und die GVL.

Pressekontakt:
Stephan Schulmeistrat, Projektleitung Deutsches Musikinformationszentrum
Stephan Schwarz-Peters, Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Deutscher Musikrat gGmbH * Weberstr. 59 * 53113 Bonn
Tel.: 0228 / 2091-180 * Fax 0228 / 2091-280 * Mail: info@miz.org * www.miz.org