Allgemeines

11.06.2018

Drei neue Maestros von Morgen

Die Juroren haben entschieden: Gábor Hontvári, Clemens Mohr und Yura Yang erreichen die 2. Stufe im Förderprogramm des Dirigentenforums und werden „Maestros von Morgen“. Zudem kann sich Gábor Hontvári über den Ernst-von-Schuch-Preis freuen.

Die drei Stipendiaten konnten die Jury anhand ihrer Dirigate und Probenarbeit davon überzeugen, dass sie sich auch in der 2. Förderstufe des Dirigentenforums bewähren werden. Entsprechend werden die Nachwuchstalente ab der Saison 2019/20 in die Künstlerliste „Maestros von Morgen“ aufgenommen, so dass sie zum ausgewählten Kreise derjenigen gehören, deren Engagements bei professionellen Orchestern vom Dirigentenforum in Kooperation mit der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) gefördert werden. Darüber hinaus können sie an weiteren Meisterkursen teilnehmen und erhalten individuelle Förderungen. Am Ende der zweijährigen Fortsetzung der Förderung steht ein weiteres Abschlussdirigat, das darüber entscheidet, ob die Dirigenten zu Kandidaten im Wettbewerb um den Deutschen Dirigentenpreis nominiert werden.

Vom 30.-31. Mai 2018 fand das Abschlussdirigieren der 1. Förderstufe mit dem Brandenburgischen Staatsorchester in Frankfurt (Oder) statt. Die jungen Dirigenten durften sich an folgender Werkauswahl bewähren, wobei aus jeder Gruppe ein Werk vorzubereiten war:

Werkgruppe 1:   
Ludwig van Beethoven    3. Sinfonie Es-Dur op.55 (Eroica), Finale
Ludwig van Beethoven    2. Sinfonie D-Dur op. 36, 1. Satz

Werkgruppe 2:   
Peter Iljitsch Tschaikowsky    1. Klavierkonzert b-Moll op.23, 2. und 3. Satz
Robert Schumann                   Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 54, 1. + 3. Satz

In der Jury saßen Roger Epple (Vorsitz), Thomas Kalb, Hartmut Karmeier, Prof. Lutz Köhler und Gerhard Markson. Gemeinsam mit Martina Damm, Urenkelin von Ernst von Schuch, wählten sie Gábor Hontvári zum diesjährigen Preisträger des Ernst-von-Schuch-Preises. Der mit 2.000 € dotierte Preis wird in Erinnerung an Ernst Edler von Schuch (1846-1914) vergeben, der von 1872 bis 1914 an der Hofoper wirkte und als Generalmusikdirektor die Königliche Musikalische Kapelle (die heutige Staatskapelle) in Dresden zu Weltruhm führte.
 
Biografien:

Gábor Hontvári - Student, Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar
Gábor Hontvári studierte seit 2015 Dirigieren bei Prof. Nicolás Pasquet und Prof. Gunter Kahlert an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar und schloss sein Masterstudium im Juni 2018 erfolgreich ab. Zuvor absolvierte er seinen Bachelor im Orchester- und Chordirigieren an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest. Hier unterrichteten ihn András Ligeti, Ádám Medveczky und Valér Jobbágy. Zahlreiche Meisterkurse u. a. bei Frieder Bernius, Péter Eötvös, László Marosi und György Vashegyi ergänzten seine Ausbildung. In den Jahren 2014 und 2015 war er Gastdirigent des Orchesters der Tibor Varga Musikhochschule in Győr. Darüber hinaus gründete er seinen eigenen „Rundfunkzimmer Kammerchor“ und arbeitete mit zahlreichen professionellen Orchestern in Ungarn zusammen, u. a. mit dem Philharmonischen Orchester Győr, dem Concerto Budapest, dem MÁV Symphonieorchester Budapest, dem BM Duna Symphony Orchestra und dem Danubia Orchestra Óbuda. Beim Internationalen „Lantos Rezső“ Wettbewerb für junge Chordirigenten 2014 und beim 7. Dirigierwettbewerb der mitteldeutschen Hochschulen mit dem MDR ging er als 1. Preisträger hervor. 2016 assistierte er Andreas Schüller an der Staatsoperette Dresden bei Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ und dirigierte mehrere Vorstellungen. Eine weitere Opernassistenz führte ihn in diesem Jahr zum Musiktheater im Revier, wo er zusammen mit GMD Rasmus Baumann an Poulencs „Dialogues des Carmélites“ arbeitete. 2017 leitete er die Südkorea-Tournee der bayerischen kammerphilharmonie.

Gábor Hontvári wurde 2016 in das Förderprogramm Dirigentenforum aufgenommen. Er besuchte Kurse bei Lutz Köhler, Alessandro de Marchi, Lutz Rademacher und Andreas Schüller und war Teilnehmer an der Werkstatt für interaktives Dirigieren des Kritischen Orchesters® 2017.

Clemens Mohr - Studienleiter, Theater Hof
Seit der Spielzeit 2017/18 ist Clemens Mohr Studienleiter am Theater Hof. Er studierte Orchester-dirigieren in Frankfurt am Main bei Prof. Wojciech Rajski und in Weimar bei Prof. Gunter Kahlert, Prof. Nicolás Pasquet und Prof. Ekhart Wycik. Im Rahmen des Studiums arbeitete er mit Orchestern wie der Staatskapelle Weimar, der Jenaer Philharmonie oder der Polnischen Kammerphilhar-monie. Wichtige Impulse erhielt er bei Meisterkursen mit Bernard Haitink, Jorma Panula, Peter Eötvös u.v.m. 2013 war er musikalischer Assistent bei der Sommer Oper Bamberg („Don Giovanni“) sowie bei einer Kinder-Produktion der Bamberger Symphoniker mit Bernsteins Musical „Peter Pan“. Im selben Jahr gab er bei der Jungen Oper Rhein-Main mit „Le nozze di Figaro“ sein Debüt als Operndirigent und leitete dort infolgedessen Produktionen von „Orphée aux enfers“, „Così fan tutte“ und zuletzt „Maria Stuarda“. Ferner dirigierte er Puccinis Einakter „Gianni Schicchi“ an der Musikhochschule Frankfurt sowie Verdis „Macbeth“ bei der Kammeroper Frankfurt.

Clemens Mohr wird seit 2016 durch das Dirigentenforum des Deutschen Musikrates gefördert. Er besuchte Meisterkurse bei Peter Gülke, Georg Fritzsch, Stefan Klingele und Paul Mägi und war Teilnehmer an der Werkstatt für interaktives Dirigieren des Kritischen Orchesters® 2016.

Yura Yang - Solorepetitorin mit Dirigierverpflichtung, Musiktheater im Revier

Yura Yang studierte von 2009 bis 2013 Dirigieren bei Prof. Joachim Harder an der Musikhochschule Detmold. Im Rahmen des Studiums arbeitete sie mit dem WDR Rundfunkorchester Köln (heute WDR Funkhausorchester), der Kammerphilharmonie Hannover und dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie zusammen. Als Korrepetitorin am Stadttheater Bielefeld sammelte sie bereits während ihres Studiums erste Opernerfahrung. Am Musiktheater im Revier ist sie seit 2013 als Solorepetitorin mit Dirigierverpflichtung engagiert. Hier dirigierte sie mehrere Kinderkonzerte und übernahm die Musikalische Leitung von Moultakas „König Hamed und Prinzessin Sherifa“, von „Anatevka“ (Bock) sowie von „The Wizard of Oz“ (Arlen und Harburg). In der Spielzeit 2014/15 erhielt sie das Dirigentenstipendium der Bergischen Symphoniker, wo sie Kinderkonzerte leitete, dem GMD Peter Kuhn bei Bizets „Carmen“ assistierte und selbst eine Vorstellung übernahm. Darüber hinaus war sie Assistentin von Valtteri Rauhalammi bei der Produktion von Wagners „Der Fliegende Holländer“ am Musiktheater im Revier, von Julia Jones bei der Produktion von Mozarts „Don Giovanni“ an der Nederlandse Reisopera, von Andreas Schüller bei der Produktion von Linckes „Frau Luna“ an der Staatsoperette Dresden und von Alexander Meyer beim Landes-Jugend-Symphonie-Orchester Saar.
Yura Yang wurde 2016 in das Dirigentenforum des Deutschen Musikrates aufgenommen. Sie besuchte Kurse bei Georg Fritzsch, Lutz Köhler, Jukka-Pekka Saraste und Andreas Schüller und war Teilnehmerin an der Werkstatt für interaktives Dirigieren des Kritischen Orchesters® 2016.

Yura Yang