Allgemeines

02.07.2018

Dirigierkurs im Rahmen der Heidelberger Schlossfestspiele

Vier Stipendiaten des Dirigentenforums dürfen am 14. Juli 2018 um 20:30 Uhr in Heidelberg das 2. Schlosskonzert zur Schlossbeleuchtung gestalten, worauf sie sich während des Kurses mit Marc Piollet und dem Philharmonischen Orchester Heidelberg vom 9. bis 14. Juli 2018 vorbereiten.

Die junge/n Dirigenten/in sind Holly Choe (Studentin, Zürcher Hochschule der Künste), Niklas Benjamin Hoffmann (Assistant Conductor, London Symphony Orchestra), Felix Mildenberger (Chef assistant, Orchestre National de France) und Yu Sugimoto (Student, Hochschule für Musik und Theater Hamburg). Der international renommierte Dirigent Marc Piollet stellte passend zum französischen Nationalfeiertag ein frankophiles Programm zusammen, das die vier Stipendiaten zusammen mit dem Professor für Dirigieren (Kunstuniversität Graz) einstudieren werden:

Hector Berlioz:         Le Carnaval romain. Ouverture pour orchestre op. 9
Claude Debussy:     Trois Nocturnes, daraus: 1. Nuages, 2. Fêtes
Maurice Ravel:         La Valse
Igor Stravinsky:       L‘Oiseau de feu – Der Feuervogel. Ballett-Suite 1945

Die Zuhörer werden durch die Schlossbeleuchtung auch optisch in eine besondere Stimmung versetzt, was in Heidelberg eine lange Tradition hat: Schon Kurfürst Friedrich V. ließ im Jahr 1613 ein Feuerwerk veranstalten, um seine frisch vermählte Elizabeth Stuart zu begrüßen.

Veranstaltungsorte:
Proben/Dirigierkurs:   
Heidelberger Schlossfestspiele | Theater und Orchester Heidelberg
Theaterstraße 10 ∙ 69117 Heidelberg
Konzert am 14. Juli:    
Schlosshof des Heidelberger Schlosses (Open Air)

Weitere Informationen:

Marc Piollet
Der 1962 in Paris geborene Dirigent Marc Piollet studierte an der Hochschule der Künste in Berlin. Meisterkurse bei John Eliot Gardiner, Michael Gielen und Kurt Masur prägten seinen Werdegang. 1995 war er alleiniger Preisträger beim Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Nach Stationen als Erster Kapellmeister beim Philharmonischen Staatsorchester Halle und am Staatstheater Kassel war er 2003 bis 2005 Musikdirektor an der Volksoper Wien. Von 2004 bis 2012 feierte er als Generalmusikdirektor am Hessischen Staatstheater Wiesbaden große Erfolge mit Wagners komplettem Ring und Neuinszenierungen von Don Carlos, Elektra, Falstaff, Faust, Fidelio, Freischütz, Idomeneo, La Bohème, Lohengrin, Lulu, Rigoletto, Rosenkavalier, Salome, Simon Boccanegra, Tristan und Isolde sowie Tosca.

Gastengagements führen Marc Piollet an bedeutende Opernhäuser, darunter das Königliche Theater Kopenhagen (La Bohème mit Anna Netrebko als Mimi), die Opéra National de Paris (Il barbiere di Siviglia, Les Contes d’Hoffmann mit Rolando Villazón in der Titelrolle), das Staatstheater Stuttgart (Jenufa, Herzog Blaubarts Burg und Erwartung) und die Wiener Staatsoper (Il barbiere di Siviglia). Am Gran Teatre del Liceu in Barcelona dirigierte er Carmen in einer Inszenierung von Calixto Bieito; die Produktion wurde bei Unitel Classica/C major auf DVD veröffentlicht. 2012 debütierte er an der Bayerischen Staatsoper im Rahmen der Münchner Opernfestspiele mit Les Contes d’Hoffmann. In der darauffolgenden Saison eröffnete er die Spielzeit am legendären Teatro Colón in Buenos Aires mit Carmen. Zu Beginn der Spielzeit 2013/14 dirigierte er Dietrich Hilsdorfs vielbeachtete Neuinszenierung von Eugen Onegin an der Oper Köln und gab 2014 sein umjubeltes Operndebüt in den USA an der Cincinnati Opera (Carmen). 2016 kehrte er mit La Bohème ans Gran Teatre del Liceu nach Barcelona zurück. In der laufenden Saison gastiert er an der Deutschen Oper am Rhein und übernimmt die Neuproduktion von La Wally an der Wiener Volksoper.

Seit einigen Jahren verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit dem Teatro Real in Madrid. Dort gastierte er mit Massenets Don Quichotte und C(h)oeurs, einer Produktion des belgischen Choreographen Alain Platel mit Musik von Giuseppe Verdi und Richard Wagner. Tourneegastspiele mit C(h)oeurs folgten im Concertgebouw in Brügge, am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, beim Holland Festival sowie im Festspielhaus St. Pölten. 2013/14 dirigierte er am Teatro Real zwei Neuproduktionen: Während der Proben für L’elisir d’amore bat ihn Gérard Mortier noch zusätzlich das Dirigat in Peter Sellars spektakulärer Inszenie-rung von Tristan und Isolde zu übernehmen.

Neben seinen Opernerfolgen ist Marc Piollet auch für das symphonische Repertoire sehr gefragt und konzertiert weltweit mit renommierten Orchestern, darunter u.a. das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, das Orchestre National de Lyon, die Münchner Philharmoniker, das China Philharmonic Orchestra und das Tokyo Symphony Orchestra. Nach seinem gefeierten Debüt beim Orchestre Symphonique de Montréal 2011 wurde er sofort für die nächste Spielzeit wieder eingeladen und begeisterte das kanadische Publikum bei seiner Rückkehr mit der von ihm selbst zusammengestellten symphonischen Suite aus Wagners Götterdämmerung. 2012 leitete er im Festspielhaus Baden-Baden ein Beethoven-Programm mit Lang Lang und dem Mozarteumorchester Salzburg. Mit Annette Dasch verbindet Marc Piollet eine enge künstlerische Zusammenarbeit: Bei Sony erschien eine Einspielung mit Mozart-Arien gemeinsam mit der Akademie für Alte Musik Berlin, zu erwähnen sind ebenfalls Tourneen zusammen mit dem Münchner Rundfunkorchester sowie die gemeinsame Produktion „Die Gretchenfrage“, die im September 2014 bei EuroArts auf DVD und Blu-ray erschien. Mit Piotr Beczała gestaltete er Operngalas am Teatro Real, beim Festival Castell de Peralada, bei den Regensburger Thurn und Taxis Schlossfestspielen, in Santa Monica sowie gemeinsam mit dem Zürcher Kammerorchester in der Tonhalle Zürich und im KKL Luzern. 2016 debütierte er beim Atlanta Symphony Orchestra.

Seit vielen Jahren engagiert sich Marc Piollet intensiv für den Orchesternachwuchs, so leitet er u.a. regelmäßig Arbeitsphasen der von ihm noch während seiner Studienzeit gegründeten Jungen Sinfonie Berlin. In seiner Amtszeit als Wiesbadener Generalmusikdirektor setzte er sich tatkräftig für die Gründung der Orchesterakademie des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden ein; seit 2010 können dort talentierte junge Musiker wertvolle Orchestererfahrungen sammeln.
Seit Herbst 2016 ist er Professor für Dirigieren an der Kunstuniversität Graz.
http://www.marcpiollet.com/

Teilnehmer
Holly Hyun Choe studiert seit 2017 Orchesterleitung bei Prof. Johannes Schlaefli und Opernleitung bei Prof. Olaf Storbeck an der Zürcher Hochschule der Künste. 2015 belegte sie ein Masterstudium bei Prof. Charles Peltz am New England Conservatory. An der California State University Long Beach (CSULB, Bob Cole Conservatory of Music) schloss sie im gleichen Jahr ihren „Bachelor of Music” in Klarinette bei Prof. Michael Grego und Music Education (zweites Hauptfach) ab. 2010-2012 begann sie ihre Ausbildung am Pasadena City College und erreichte im Fach Klarinette bei Prof. Larry Hughes den „Associate of Arts Degree“.

Seit 2018 ist Holly Hyun Choe Chefdirigentin des Universitätsorchesters Polyphonia Zürich. Gastdirigate führten sie bisher zum Boston Youth Symphony Orchestra, ALEA III International Composition Competition, zur CSU Long Beach Concert Band und zum Santa Monica College Wind Ensemble. Als Musikalische Assistentin wirkte sie beim Four Seasons Youth Orchestra, den Shoreline Symphonic Winds und dem Licorice Anonymous Clarinet Choir.

Ihre Ausbildung wurde begleitet durch Stipendien bei der Elsy Meyer Stiftung, der Hirschmann Stiftung, dem Kathryn Teresa Thomas Memorial Wettbewerb, dem Bob Cole Conservatory, der Freesax Foundation for Music Education und dem Pasadena City College. 2013 wurde sie Preisträgerin beim CSULB Undergraduate Conducting Competition.

2018 wurde sie in die Förderung des Dirigentenforums aufgenommen und nahm am Kritischen Orchester® teil.

Niklas Benjamin Hoffmann war 2016 Gewinner des renommierten Donatella Flick Conducting Competition in London. Als Preisträger assistierte er in der Saison 2017/18 u.a. Sir Mark Elder, Valery Gergiev, Bernard Haitink und Sir Simon Rattle beim London Symphony Orchestra und dirigierte dort Kinderkonzerte. Als Einspringer von Elim Chan leitete er ein Konzert mit dem London Symphony Orchestra während der Asien-Tournee 2017. Seit 2011 studiert Niklas Benjamin Hoffmann Dirigieren bei Prof. Nicolàs Pasquet, Prof. Gunter Kahlert, Markus Frank und Martin Hoff sowie seit 2017 bei Prof. Ekhart Wycik an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar. Im Rahmen seines Studiums arbeitete er u.a. mit der Philharmonie Hradec Králové, der Nordböhmischen Philharmonie Teplice, dem Karlsbader Symphonieorchester, dem Westböhmischen Symphonieorchester Marienbad, der Staatskapelle Weimar und der Jenaer Philharmonie zusammen. In der Spielzeit 2013/14 assistierte er Steffen Müller-Gabriel bei den Produktionen von Rossinis „La Cenerentola“ sowie bei Lortzings „Undine“ am Theater Hagen. Von 2013 bis 2015 war er Künstlerischer Leiter des Akademischen Orchesters der TU Ilmenau, seit 2015 ist er Künstlerischer Leiter der Akademischen Orchestervereinigung Göttingen. Darüber hinaus gastierte er bei der Jenaer Philharmonie und dem Märkischen Jugendsinfonieorchester.

Niklas Benjamin Hoffmann ist seit 2016 Stipendiat des Dirigentenforums. Er besuchte Kurse bei Pavel Baleff, Georg Fritzsch, Paul Mägi und Golo Berg.

Felix Mildenberger ist seit der Spielzeit 2017/18 Chef assistant beim Orchestre National de France. Dort assistiert er dem Chefdirigenten Emmanuel Krivine bei zahlreichen Produktionen und Einspielungen und dirigiert selbst Kinderkonzerte. Bis 2015 studierte er Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik Freiburg und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Zu seinen Lehrern zählen Prof. Lutz Köhler, Gerhard Markson, Massimiliano Matesic, Prof. Scott Sandmeier, Prof. Mark Stringer und Yuji Yuasa. Meisterkurse u.a. bei Bernard Haitink, David Zinman, Paavo Järvi, Neeme Järvi, Leonid Grin, Prof. Nicolás Pasquet, Prof. Johannes Schlaefli und James E. Ross ergänzten seine Ausbildung. Gastdirigate führten ihn u.a. zum hr-Sinfonieorchester, zur Anhaltischen Philharmonie und zum Akademischen Orchester Freiburg. 2015 war er Halbfinalist beim Internationalen Dirigierwettbewerb Sir Georg Solti. 2016 gewann er den „Robert Spano Conductor Prize“ und assistierte im Rahmen des Aspen Music Festivals 2017 Jane Glover bei einer Produktion von Mozarts „La Clemenza di Tito“ mit dem Aspen Opera Center. Beim 12. Concurs Internacional de Direcció d'Orquestra de Cadaqués 2017 wurde er mit dem 2. Preis ausgezeichnet.

Felix Mildenberger ist seit 2017 Stipendiat im Dirigentenforum und besuchte bereits Meisterkurse bei John Carewe, Oliver Weder und Gabriel Feltz (Belgrade Philharmonic Orchestra).

Yu Sugimoto studierte zunächst für ein Jahr Klavier in seiner Heimatstadt Kyoto an der City University of Arts, bevor er 2012 an die Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien wechselte, um dort sein Klavierstudium bei Prof. Avedis Kouyoumdjian fortzusetzen. Seit 2015 studiert er Dirigieren bei Prof. Ulrich Windfuhr und Prof. David de Villiers an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. In Japan dirigierte er beim Saito Kinen Festival Matsumoto und leitete die Kinderoper „Hänsel und Gretel“ von Humperdinck mit dem Seiji Ozawa Academy Orchestra. 2014 gastierte er beim Kanagawa Philharmonic Orchestra. Im Rahmen seines Dirigierstudiums arbeitet er regelmäßig mit den Hamburger Symphonikern zusammen. Beim jungen forum Musik + Theater assistierte er Willem Wentzel bei der Produktion von Mozarts „Die Zauberflöte“ und übernahm die Musikalische Leitung der Produktionen „Der Kaiser von Atlantis" (Ullmann), „Venus und Adonis“ (Blow) sowie von „Alcina“ (Händel). Gastdirigate führten ihn zum Kyoto Symphony Orchestra nach Japan, zum Orchestra Sinfonica Abruzzese nach Italien und zur Philharmonie Baden-Baden.

Yu Sugimoto wird seit 2016 durch das Dirigentenforum des Deutschen Musikrates gefördert. Er besuchte Kurse bei Pavel Baleff, John Carewe, Lutz Rademacher, Andreas Schüller, Oliver Weder und Golo Berg. 2017 nahm er am Kritischen Orchester® teil.

Dirigentenforum des Deutschen Musikrates
Das Dirigentenforum ist das Förderprogramm des Deutschen Musikrates für den dirigentischen Spitzennachwuchs in Deutschland, das in den Sparten Orchesterdirigieren und Chordirigieren durch Meisterkurse junge Talente fördert und für die künstlerische Begegnung der jungen Dirigentengeneration mit national wie international renommierten Dirigentenpersönlichkeiten steht.

Die Stipendiaten des Dirigentenforums durchlaufen ein umfangreiches Arbeitsprogramm mit Berufsorchestern und Chören. Jährlich finden rund zwanzig Meisterkurse des Dirigentenforums statt, die von erfahrenen Mentoren geleitet werden. Assistenzen, Förderkonzerte, Preise und Stipendien sind weitere Bestandteile der Förderung, wobei die angebotenen Maßnahmen individuell auf die Stipendiaten abgestimmt werden. Das Dirigentenforum arbeitet mit einer ständig wachsenden Zahl von Dirigenten, Orchestern, Chören, Musiktheaterensembles sowie mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zusammen. Inzwischen sind weit über einhundert deutsche Kulturorchester sowie Rundfunkchöre, Opern- und semiprofessionelle Chöre Partner des Dirigentenforums. Kooperationen mit ausländischen Klangkörpern ergänzen das umfassende Angebot.

Presseinformationen/Kontakt
Lisa Valdivia, Dirigentenforum des Deutschen Musikrats: valdivia(at)musikrat.de, Telefon: 0228-2091141, Mobil: +49 162 7150489