Corona

Musikpolitische Arbeit

Der Deutsche Musikrat befasst sich seit Beginn der Corona-Maßnahmen im März 2020 schwerpunktmäßig mit folgenden Themen:

Soloselbstständige Kreativschaffende absichern

Als erster Kulturdachverband forderte der Deutsche Musikrat im März 2020 Überbrückungsgelder für Soloselbstständige. Basierend auf Ergebnissen der DMR-Umfrage wurde diese Forderung in einem offenen Brief an Wirtschaftsminister Peter Altmaier am 20. April 2020 nochmals unterstrichen. Die wachsende Wahrnehmung der existenzbedrohenden Situation der Soloselbstständigen spiegelte sich auch in einem Beschluss der Wirtschaftsministerkonferenz der Länder vom 07. April 2020 wider sowie in einer Entschließung des Bundesrates vom 05. Juni 2020 für befristete monatliche Pauschalzahlungen an Soloselbstständige in der Corona-Zeit. Das zivilgesellschaftliche Engagement vieler Akteure, u.a. des Deutschen Musikrates und des Deutschen Kulturrates, hat wesentlich mit dazu beigetragen, dass für den November 2020 erstmals von der Bundesregierung geplant ist, den vom erneuten Lockdown betroffenen Soloselbstständigen eine Art „fiktiven Unternehmerlohn“ in Höhe von 75% eines Monatseinkommens aus dem Vorjahr zu bezahlen. Auch Hilfszahlungen an Soloselbstständige im Rahmen der „Überbrückungshilfe III“ bis Juni 2021, die erstmals auch für Lebenshaltungskosten genutzt werden dürfen, wurden angekündigt. Dringenden Nachbesserungsbedarf gibt es allerdings in Bezug auf die Antragsregularien für beide Programme.

Kulturelle Infrastruktur schützen

Um die musikalische Infrastruktur in Deutschland mittel- und langfristig zu erhalten – zum Beispiel in den Bereichen Musikwirtschaft, bürgerschaftliches Engagement in Musikvereinen, freie Ensembles, Festivals und bildungskulturelle Einrichtungen – sprach sich der Musikrat für finanzielle Unterstützung in Form eines Kulturinfrastrukturfonds aus. Ein diesbezügliches Modell wurde mit dem Konjunkturprogramm „NEUSTART KULTUR“ der Staatsbeauftragten für Kultur und Medien eingeführt. Diese Hilfsmaßnahmen werden derzeit über verschiedene Kulturverbände abgewickelt.

Corona-Grundlagenforschung koordinieren

Der Betrieb von Kulturorten in der Corona-Zeit bedarf grundlegender Erkenntnisse etwa zur Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen. Der Deutsche Musikrat appellierte daher an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, für die Erstellung und Verbreitung von fundierten Studien auf valider Datenbasis zu sorgen und auch das Zentrum  für Luft- und Raumfahrt damit zu beauftragen. Trotz erkenntnisreicher erster Studien zum Konzertbetrieb bedarf es noch immer wesentlicher Grundlagen-Forschung, um pauschale Schließungen von Kulturorten zu vermeiden und stattdessen Gesundheitsschutz mit Augenmaß zu betreiben und dem Musikleben eine Planungsperspektive zu ermöglichen.