Corona

Musikpolitische Arbeit

Bereits am 04. März 2020, nach der Verschiebung der Musikmesse Frankfurt, hat der Deutsche Musikrat in einer Pressemitteilung von der Bundesregierung ein „Auffangprogramm“ gefordert, „um Arbeitsplätze im Musikleben zu sichern und soziale Härten zu vermeiden“. An diese Forderung knüpft der Deutsche Musikrat in seiner Pressemitteilung vom 13. März 2020 an, in der es heißt: „Mit zunehmender Verschärfung der Lage ruft der Deutsche Musikrat nun Bund und Länder nochmals dazu auf, ihre Solidarität mit den Kulturschaffenden zu zeigen und zeitnah einen Notfallfonds für Härtefälle zu etablieren.“ Basierend auf ersten Zwischenergebnissen der DMR-Umfrage formulierte der Deutsche Musikrat am 16. März 2020 eine Forderung nach einem befristeten Grundeinkommen für selbständige Kreativschaffende. Die Forderung ist der Idee nach einer unbürokratischen und raschen Hilfe verpflichtet und versteht sich nicht als Beitrag zu einer Grundsatzdiskussion. Sie wurde in einem offenen Brief des Deutschen Musikrates an Wirtschaftsminister Peter Altmaier am 20. April 2020 nochmals unterstrichen. In diesem werben der DMR-Präsident Prof. Martin Maria Krüger und Generalsekretär Prof. Christian Höppner dafür, den Vorschlag der Wirtschaftsministerkonferenz umzusetzen, Soloselbständigen der Kreativbranche ein dreimonatiges Pauschaleinkommen zu gewähren.

Um die musikalische Infrastruktur in Deutschland mittel- und langfristig zu erhalten – zum Beispiel in den Bereichen Musikwirtschaft, bürgerschaftliches Engagement in Musikvereinen, freie Ensembles, Festivals oder bildungskulturelle Einrichtungen – sprach sich der Musikrat für weitere Unterstützung beispielsweise in Form eines Kulturinfrastrukturfonds aus.

Mit Pressemitteilungen wies der Musikrat auch auf die existenzbedrohende Situation von einzelnen Gruppen wie den Lehrbeauftragten an Musikhochschulen und den Musiklehrenden hin. DMR-Präsident Martin Maria Krüger appellierte zudem in einem offenen Brief an die Kirchen, vereinbarte Honorare auch bei Veranstaltungsausfall zu zahlen. Bei beiden Kirchen stieß diese Aufforderung auf positive Resonanz.

Nach dem Beschluss der Bundesregierung vom 15. April 2020, erste Lockerungen der aktuellen Corona-Regelungen umzusetzen, plädiert der Musikrat für ein geregeltes Hochfahren auch des Musiklebens dort, wo Hygiene- und Abstandsregelungen eingehalten werden können. Zudem sollten sich gerade in der jetzigen Krise Bundesregierung und Bundestag durch die Umsetzung der EU-Urheberrechtsreform für den Schutz des geistigen Eigentums und die angemessene Wertschöpfung der Urheber einsetzen.