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#Orgeljahr2021

#TrostUndHoffnung: Folge 3 – Der Glaube als Anker

© Laura Seaman

Im Rahmen des überkonfessionellen Projekts „Orgelmusik in Zeiten von Corona“, das wir gemeinsam mit den beiden Kirchen durchführen, entstanden im Frühling 2021 17 Neukompositionen, die sich kreativ mit der Corona-Zeit auseinandersetzen. In unserer Reihe #TrostUndHoffnung stellen wir Ihnen die Werke und ihren Bezug zur Corona-Zeit genauer vor und verraten, wo man diese live erleben kann.

In der Krise kann der Glaube Trost, Sinn und Hoffnung spenden. Seit Jahrhunderten vermag daher die Kirchenmusik als sinnliche Botschafterin der christlichen Glaubenssätze und Überzeugungen, die Menschen ganz unmittelbar zu erreichen – gerade in schwierigen Zeiten. An die jahrhundertealten Traditionen und Errungenschaften der geistlichen Musik knüpfen auch die Kompositionen des Projekts „Orgelmusik in Zeiten von Corona“ an – mal unterschwellig, dann wieder sehr explizit. Nicht zuletzt steht die Orgel mehr als jedes andere Instrument klanglich und sinnbildlich für die Sphären des Glaubens und der Kirche. 

Johannes Matthias Michel stellt schon mit dem Titel „Fantasie über den Choral ‚Nun danket alle Gott‘“ seine Komposition bewusst in eine kirchenmusikalische Tradition. Michel, der als Organist die Register und Stimmungen seines Instruments in- und auswendig kennt, verarbeitet in seinem Werk die Krise als historisch immer wieder kehrende, emotionale Ausnahmesituation, in der sich Angst, religiöser Hoffnungsschimmer und freudige Zuversicht vermengen. Die tiefe menschliche Sehnsucht nach dem Ende der Pandemie ist für ihn „ein zutiefst religiöses Verlangen, auch wenn es unsere säkulare Welt nicht mehr wahrhaben will.“ In der freien Form der Fantasie erkundet Michel die musikalischen Dimensionen des bekannten protestantischen Chorals „Nun danket alle Gott“, der gerade in Krisenzeiten seit Jahrhunderten vor allem eines vermittelt: unbedingtes Gottvertrauen. Die Komposition von Johannes Matthias Michel können Sie unter anderem am 17. Oktober 2021 in der Diakoniekirche Luther in Mannheim erleben.

Neben dem Choral ist auch die Gattung der Messe fest im Repertoire der geistlichen Musik verankert. In seiner „Orgelmesse“ mit ihren Sätzen Kyrie, Gloria, Credo und Sanctus schafft der Kirchenmusiker, Komponist und Organist Dominik Susteck ein rauschendes Werk mit performativen Aktionen und abenteuerlichen Geräuschen wie „Rasseln und Rappeln, Trakturen, Knistern und Flackern und Glockengeläut“, wie in der Partitur vorgeschrieben ist. So übernimmt die Orgel als Königin der Instrumente gleichsam die Parts von Orchester und Chor und erweitert deren klangliche Spektren um spannende neue Facetten. Kennenlernen können Sie Dominik Sustecks „Orgelmesse“ zum Beispiel am 05. November 2021 in der Regensburger Dreieinigkeitskirche.

Peter Michael Hamel setzt mit seinem Stück „Et Exspecto“ den Opfern der Pandemie ein musikalisches Denkmal. Dabei verschränkt er das Credo der lateinischen Messe „… et exspecto resurrectionem mortuorum“ („… ich erwarte die Auferstehung der Toten“) mit dem Pfingstlied „Nun bitten wir den Heiligen Geist“. So kommt „die Hoffnung auf eine Auferstehung der Toten als gregorianische Antiphon“ zum Ausdruck, schreibt der Komponist dazu, also als jahrhundertealte Form eines Wechselgesangs zwischen zwei Chören oder einem Vorsänger und der Gemeinde: verbunden durch den gemeinsamen Glauben. Zu hören ist Peter Michael Hamels Werk unter anderem am 23. Oktober 2021 in der Evangelischen Kirche im Baden-Württembergischen Meißenheim. Alle Informationen zum Projekt und den Kompositionen sowie den vollständigen Konzertkalender finden Sie hier.

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