der Spitzenverband des Deutschen Musiklebens
      Kontakt |  Sitemap |  Impressum | 
 
Deutscher Musikrat e.V.
Grundsatzprogramm
Präsidium
Generalsekretariat
Musikpolitik
  -  Digitalisierung
  -  Zukunft der Musikberufe
  -  Laienmusizieren
  -  Der 2. Berliner Appell
  -  Musikalische Bildung
  -  Auswärtige Musikpolitik
  -  Bürgerschaftl. Engagement
  -  Es ist nie zu spät - Musizieren 50+
Verleihung des Musikpreises 50+
Rede Bundesministerin Ursula von der Leyen
Preisträger Musikpreis 50+
Wiesbadener Erklärung
Kongressprogramm
Kongresskonzert
  -  Interkultureller Dialog
  -  Musikwirtschaft
Beiräte
Bundesfachausschüsse
Mitglieder
Kirchenmusik 2010
Ohne Musik keine Bildung
Tag der Musik
 
Die Verleihung des Musikpreises 50+



Die Gewinner des Musikpreises 50+ bei der Preisverleihung im Musikinstrumentenmuseum


Viele Menschen sind davon überzeugt, sie seien unmusikalisch und Musizieren sollte doch denjenigen überlassen bleiben, die es besonders gut können. Gerade unter den Älteren sind solche Einstellungen verbreitet. Denn früh übt sich, was ein Meister werden will, und was Hänschen nicht gelernt hat, lernt Hans nimmermehr. Doch betrachtet man das Musikleben in Deutschland einmal genauer, so stellt man fest, wie viele Laien auch fortgeschrittenen Alters gerne und gut musizieren und wie wichtig musikalische Aktivität für diese Menschen ist. Egal auf welchem Niveau, ob allein oder in Gruppen: Musik bietet sowohl persönliches Glück und Selbstverwirklichung als auch sozialen Zusammenhalt. Das Musikleben hat daher gerade in seiner Breite eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung. Soziale Isolation ganzer Gesellschaftsteile – wie zum Beispiel der Älteren – hat schlimme Folgen für alle Bürger eines Landes. Je mehr Menschen die Möglichkeit zu musizieren bekommen und wahrnehmen, desto besser ist es für eine humane Gesellschaft.

 

„Es ist nie zu spät!“ lautete daher die zentrale Botschaft des Deutschen Musikrates bereits 2007 auf einem gleichnamigen Kongress, der in Wiesbaden und Mainz mit der Unterstützung der Wiesbadener Musikakademie, des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz, des Verbandes deutscher Musikschulen und der Deutschen Orchestervereinigung stattfand. Mit dem „2. Berliner Appell“ und der „Wiesbadener Erklärung“ wurde die Politik aufgefordert, bundesweit die Rahmenbedingungen für das Musizieren auch älterer Menschen zu verbessern. 2008 wurde nun in Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk, hr4, erstmalig der „Musikpreis 50+“ verliehen. Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrates, und Prof. Dr. Conny Restle, Direktorin des Berliner Musikinstrumentenmuseums, hatten zu der Verleihung in den Curt-Sachs-Saal des Museums geladen.




Rosemarie Neidinger vom „Projekt Jung und Alt – Auf den Spuren des Kinderliedes“ und Ursula von der Leyen

Über die Arbeit mit politischen Gremien hinaus wurde so auch ein Impuls dafür gegeben, Barrieren im Denken der Menschen abzubauen. „Die Mauer in den Köpfen, auf der steht ‚Ich bin zu alt zum Musizieren’ muss weg, denn jeder Mensch hat die Fähigkeit sich durch Musik auszudrücken“, so Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates und Juryvorsitzender des "Musikpreises 50+". Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, überreichte gemeinsam mit ihm den „Musikpreis 50+“ und verwies in diesem Zusammenhang auf die Formel des lebenslangen Lernens:

Von der Leyen gab zu bedenken, es stünde dem gesamten Land gut an, wenn die ältere Generation „musiziert statt resigniert.“ „Musik schafft Verbindung mit anderen, gemeinsames Musizieren bringt Menschen jeden Alters zusammen.“ Impulse für mehr Musik seien daher „ein wichtiger Schritt, mit dem wir auch einem neuen Miteinander der Generationen näher kommen.“, sagte die Bundesministerin in ihrer Rede auf dem Festakt.




"Yehudi Menuhin – Live Music Now“: Asta von Oppen

Die Förderung eines solchen Miteinanders stand im Mittelpunkt des ersten „Musikpreis 50+“. So wurde beispielsweise die generationenübergreifende Initiative „Jung und Alt – auf den Spuren des Kinderliedes“ aus Baden-Württemberg ebenso ausgezeichnet wie der Verein „Yehudi Menuhin – Live Music Now. Berlin e.V.“, der Auftritte junger hochbegabter Musiker in Alteneinrichtungen und Hospizen organisiert.  Insgesamt wurden acht Preisträger aus dem gesamten Bundesgebiet geehrt, weitere 14 Projekte bekamen eine lobende Anerkennung. Darüber hinaus erhielt das Laienorchester „Endlisch Musigg“, deren 36 Mitglieder teilweise hohen Alters unter professioneller Anleitung ein Instrument wieder oder neu erlernten und in es kürzester Zeit zur Konzertreife brachten, einen Sonderpreis in Form einer Konzerttuba. Gestiftet hatte das Instrument Gerhard A. Meinl, Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Musikinstrumenten-Hersteller und Mitglied der vierköpfigen Jury, die sich weiterhin aus Professor Dr. Hans Bäßler, Vizepräsident des Deutschen Musikrates, Carsten Dufner, Musikchef des Hessischen Rundfunks, sowie Christian Höppner zusammensetzte.




Andreas Zöller des Ensembles „Endlisch Musigg“, Ursula von der Leyen, Christian Höppner und Prof. Dr. Hans Bäßler

Glücklich über die Anerkennung und öffentliche Würdigung ihres zum Teil jahrzehntelangen Engagements zeigten die Preisträger sich bestätigt und zum Weitermachen ermutigt. Unter den Teilnehmern der Verleihung herrschte eine ausgelassene Stimmung. Frau von der Leyen stimmte gegen Ende der Veranstaltung sogar spontan einen Kanon an. Nicht nur die Verleihung selbst aber war ein voller Erfolg. Auch das Presseecho auf den „Musikpreis 50+“ und die Resonanz seitens Verbänden und Politik war enorm. Dass der Preis so großen Anklang fand, macht deutlich, wie aktuell die Thematik des Musiklebens der Älteren derzeit ist und wie dringlich es war, dieses Thema in die Öffentlichkeit zu tragen.

Der Deutsche Musikrat wird den „Musikpreis 50+“ daher fortsetzen. Dank der hohen Präsenz in den Medien und im Netzwerk des Deutschen Musikrates stehen nun herausragende Initiativen in öffentlicher Wahrnehmung. Als Leuchtturmprojekte können sie so ein Beispiel für andere Projekte sein. Und auch allgemein wachsen durch ihre Ehrung Bewusstsein und Anerkennung für musikalisches Engagement. Es ist dieser Schneeballeffekt, den sich der Deutsche Musikrat von seinen Impulsen erhofft. Denn mit der öffentlichen Wahrnehmung ist es wie mit dem Musikleben: Die Breite ist entscheidend für die Wirkung.

 

(Paul Bräuer)

(Fotos: Susann Eichstädt)






© Deutscher Musikrat e.V.
 
Suche
 
 
Mitglieder-Login
 
Anschrift
 
Newsletter